Stadtplanung für Klinik Ottakring: Diskussion um Denkmalschutz von Pavillons
Die Klinik Ottakring im 16. Wiener Bezirk, das ehemalige Wilhelminenspital, wird derzeit umfassend umgebaut. Der Wiener Gesundheitsverbund transformiert den Standort von einem Pavillonspital in eine Zentralklinik.
Die Anlage ist seit Jahren eine Großbaustelle, das Transformationsprojekt soll bis 2040 finalisiert sein. Grundlage für die Entwicklung ist ein EU-weiter Wettbewerb, auf dessen Basis ein neuer Flächenwidmungs- und Bebauungsplan erarbeitet wurde.
Der neue Plan bildet die Basis für drei große Klinik-Baukörper auf dem Areal der Klinik Ottakring. Das Plandokument mit der Nummer 8377 soll im Gemeinderatsausschuss für Stadtentwicklung behandelt werden und als Vorarbeit für einen späteren Gemeinderatsbeschluss zur Umwidmung der Flächen dienen.
Kritik der Initiative Denkmalschutz
Die Initiative Denkmalschutz kritisiert, dass im Zusammenhang mit der geplanten Entwicklung aus ihrer Sicht auf zwei schützenswerte Pavillons „vergessen“ worden sei. Konkret geht es um die Pavillons Nummer 53 und 63 auf dem Areal der Klinik Ottakring.
Laut Initiative Denkmalschutz wurden diese beiden Pavillons sowohl im städtebaulichen Verfahren als auch im Umweltbericht als erhaltenswert eingestuft. Die Initiative bemängelt, dass dennoch auf eine Schutzzonenausweisung für die Pavillons 53 und 63 verzichtet werde. Nach Angaben der Initiative sind die Gebäude von der Montleartstraße aus gut sichtbar.
Die Initiative verweist darauf, dass seit 2018 eine Schutzzonenwidmung von Einzelgebäuden rechtlich möglich sei. Die gewählte Vorgehensweise bei der Schutzzonenausweisung wird von der Initiative als „verheerendes Signal an alle privaten Eigentümer“ bezeichnet. Zudem wird kritisiert, dass aus ihrer Sicht unterschiedliche Maßstäbe für die Stadt Wien und private Hauseigentümer bei Schutzzonen angewendet würden.
Weitere historische Bauten am Areal
Darüber hinaus hebt die Initiative Denkmalschutz weitere historische Bauten auf dem Areal hervor, die aus ihrer Sicht nicht zum kulturellen Erbe gezählt würden. Als Beispiel wird der 1932 errichtete Pavillon 26 genannt.
Genannt wird auch die Spitalskirche Hl. Kamillus von Lellis. In der Kirche befinden sich das Wandbild „Christus als Weltenrichter“ sowie eine Madonnenfigur. Beide Kunstwerke sind denkmalgeschützt.
Stellungnahme der Stadtplanungsabteilung
Die zuständige Flächenwidmungsabteilung MA 21A erklärte in einer Stellungnahme, dass alle Aspekte des Stadtbildschutzes geprüft worden seien. Nach Angaben der Abteilung wurde die Erhaltung stadtbildprägender Gebäude inhaltlich geprüft.
Die MA 21A hielt außerdem fest, der Planentwurf widerspreche nicht den Bestimmungen des Denkmalschutzgesetzes.








