Digitalisierungsfalle Salzburg: Wie Senioren durch das Wegfallen analoger Services ins Abseits gedrängt werden
Dieses Thema Freunden empfehlen

Digitalisierung stellt viele Senioren in Salzburg vor Hürden

Für Menschen ohne Smartphone wird der Alltag in Salzburg in mehreren Bereichen zunehmend anspruchsvoll. Betroffen sind etwa der Kauf von Öffi-Tickets, der Zugang zu Bankdienstleistungen und Amtswegen sowie die Nutzung digitaler Identitätslösungen.

Vertreter von Seniorenorganisationen und IT-Fachleute verweisen auf Barrieren bei digitalen Angeboten und fordern den Erhalt analoger Zugänge zu Dienstleistungen der öffentlichen Verwaltung.

Alltag ohne Smartphone schwieriger

Ohne Smartphone werden laut Schilderungen alltägliche Handlungen wie der Kauf von Tickets für öffentliche Verkehrsmittel, das Abrufen von Kontoauszügen oder der Steuerausgleich schwieriger. In Salzburg wurde der Ticketverkauf im Obus abgeschafft.

Der Präsident des Salzburger Pensionistenverbands, Wolfgang Höllbacher, kritisiert, dass viele ältere Menschen ohne Smartphone seit der Abschaffung des Ticketverkaufs im Obus in eine Trafik gehen müssen, um Tickets zu kaufen. Das Herunterladen der dafür nötigen Apps bleibe für viele Ältere eine Herausforderung.

Digitale Amtswege und Barrierefreiheit

Digitale Dienste wie die ID Austria werden für die genannte Zielgruppe als Hindernis beschrieben. Senioren ohne Smartphone und ohne digitale Kenntnisse sind bei Behördenansuchen nach Angaben von Seniorenvertretern häufig auf Hilfe von außen angewiesen.

IT-Spezialist Martin Schober übt Kritik an Anwendungen vieler Behörden, Banken und anderer österreichischer Institutionen. Diese seien oft nicht barrierefrei: Man könne die Apps nicht ordentlich vergrößern, Inhalte in den Apps nicht ändern, unnötige Inhalte nicht weglassen und wichtige Inhalte nicht priorisieren. Viele dieser Anwendungen seien schlecht programmiert und würden der Zeit hinterherhinken. Zu den genannten Anwendungen sagt Schober: „Das geht alles noch nicht ordentlich.“

Schulungen und Forderungen nach analogen Angeboten

Viele Verbände bieten Schulungen für Senioren an, um den sicheren Umgang mit Smartphone, Tablet und ähnlichen Geräten zu vermitteln. Ziel ist es, älteren Menschen den Zugang zu digitalen Services zu erleichtern.

Im Zusammenhang mit dem sogenannten Pensionistenvolksbegehren wird die Forderung erhoben, dass sämtliche Amtswege auch in Zukunft analog durchführbar bleiben sollen. Außerdem soll der Gesetzgeber sicherstellen, dass Pensionisten sämtliche Informationen und Entscheidungen der öffentlichen Verwaltung auch in analoger Form zur Kenntnis gebracht bekommen. In diesem Zusammenhang wird ausdrücklich ein „Recht auf würdiges, analoges Leben“ genannt.

Hinweis zur Faktenprüfung

Diese Informationen wurden mit KI-Unterstützung auf Basis der vorliegenden Daten gegengeprüft und sprachlich aufbereitet. Die Angaben beziehen sich auf den zum Erstellungszeitpunkt verfügbaren Informationsstand.