Donauinsel-Projekt: Neue Aufbereitungsanlage soll Trinkwasserversorgung Wiens revolutionieren
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Neue Trinkwasser-Aufbereitungsanlage auf der Donauinsel geplant

Auf der Donauinsel in Wien entsteht zwischen Nordbrücke und Steinitzsteg eine neue Aufbereitungsanlage für Trinkwasser. Das Projekt wird von Wiener Wasser (MA 31) umgesetzt und ist Teil der städtischen Strategie „Wiener Wasser 2050“.

Die Anlage soll bis 2030 fertiggestellt sein und die verfügbare Wassermenge für Wien erhöhen. Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ) nahm am Spatenstich teil.

Unterirdisches Wasserwerk mit hoher Kapazität

Das neue Wasserwerk wird großteils unter der Erde liegen. Die Oberfläche soll übererdet und begrünt werden, sichtbar bleiben vor allem Türen. Nach der Begrünung soll vom Betonbau nur wenig zu sehen sein.

Die geplante Kapazität der Anlage beträgt 1.000 Liter Trinkwasser pro Sekunde. Damit können bis zu 20 Prozent des durchschnittlichen täglichen Trinkwasser-Gesamtbedarfs der Stadt gedeckt werden. Die Anlage soll insbesondere dann eine wichtige Rolle spielen, wenn andere Quellen ausfallen, Reparaturen an Hochquellleitungen notwendig sind oder der Wasserverbrauch bei längeren Hitzewellen steigt.

Aufbereitung von Grundwasser aus Schutzgebieten

Ab 2030 soll Wasser aus 17 Grundwasserbrunnen der Schutzgebiete Donauinsel und Nußdorf in der neuen Anlage aufbereitet werden. Derzeit entspricht dieses Wasser noch nicht dem Trinkwasser-Standard und darf laut wasserrechtlichem Bescheid nur genutzt werden, wenn es die Versorgungssituation erfordert. Für eine uneingeschränkte Nutzung ist eine Reinigung notwendig.

Das Wasser soll im neuen Werk in vier Stufen aufbereitet werden: Zunächst wird Sauerstoff zugeführt, wodurch gelöste Verunreinigungen abgebaut werden. Danach fließt das Wasser durch einen Grobfilter und anschließend durch einen Feinfilter. In der vierten Stufe erfolgt die Desinfektion mittels UV-Licht. Mit dem neuen Wasserwerk soll ab 2030 eine uneingeschränkte Nutzung des dort aufbereiteten Wassers möglich sein.

Forschung und Pilotanlage ab 2027

Die künftigen Verfahren der Wasseraufbereitung werden ab 2027 in einer Pilotanlage getestet, die als Miniatur der geplanten Großanlage vorgesehen ist. Wiener Wasser arbeitet dafür mit mehreren Universitäten zusammen, um einzelne Verfahrensschritte in der Pilotanlage zu erproben. Die Forschung zur Wasseraufbereitung soll nach Fertigstellung des Wasserwerks in der Anlage auf der Donauinsel fortgesetzt werden.

Bauarbeiten und Verkehrsführung auf der Donauinsel

Die Bauarbeiten finden auf einer Fläche von etwa 50 mal 90 Metern statt. Zu Beginn werden Bohrpfähle hergestellt, um die Baugrube zu sichern. Bis Sommer 2029 soll der Betonbau des Wasserwerks errichtet werden.

Für Besucherinnen und Besucher der Donauinsel kommt es ab 20. April zu Einschränkungen. Zwischen Floridsdorfer Brücke und Nordbrücke wird der Fußgänger- und Fahrradverkehr über den Treppelweg umgeleitet, da der Hauptweg in diesem Bereich für den Baustellenverkehr benötigt wird.

Projektkosten

Für das Großprojekt Wasserwerk auf der Donauinsel werden 140 Millionen Euro Kosten genannt. In einer weiteren Angabe werden 190 Millionen Euro ausgewiesen, ohne nähere Zuordnung.

Chef von Wiener Wasser (MA 31) ist Paul Hellmeier. Das Projekt ist in die Strategie „Wiener Wasser 2050“ eingebettet, die die Vorbereitung auf zukünftige Herausforderungen im Bereich Trinkwasser, wie Bevölkerungswachstum und Klimakrise, vorsieht. Neben dem neuen Wasserwerk werden Wasserrohre erweitert und saniert sowie Wasserbehälter vergrößert, darunter der Wasserbehälter in Neusiedl am Steinfeld.