Donauturm Wien vs Höhenangst: Neue Konfrontationstherapie macht Schwindel schwinden
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Wiener Donauturm bietet Seminare gegen Höhenangst an

Am Wiener Donauturm werden spezielle Seminare angeboten, die sich an Menschen mit Höhenangst richten. Die Workshops wurden gemeinsam mit dem Psychologischen Zentrum Phobius entwickelt und sollen Betroffenen helfen, mehr Sicherheit in Höhen-Situationen zu gewinnen.

Der Donauturm, im Bericht als höchstes Bauwerk des Landes bezeichnet, setzt dabei auf praxisnahe Übungen in großer Höhe. Die Seminare dauern rund drei Stunden und richten sich an Personen mit moderater Höhenangst.

Studie: Weit verbreitete Höhenangst-Symptome

Grundlage des Angebots ist eine im Auftrag des Donauturms erstellte Studie zu Symptomen der Höhenangst. Demnach sind 66 Prozent der Bevölkerung in irgendeiner Form von Höhenangst betroffen. 22 Prozent fühlen sich in Höhen-Situationen stark unwohl, 44 Prozent berichten von mittlerem Unwohlsein.

Laut Studie haben 55 Prozent der Befragten zumindest einmal bewusst auf eine Aktivität verzichtet, weil sie mit Höhe verbunden war. Als besonders herausfordernd wurden Glasplattformen, Skywalks, Leitern und offene Aussichtsplattformen genannt. 14 Prozent gaben an, sogar in geschlossenen Aussichtsbereichen Angst zu haben.

Betroffene berichteten von Reaktionen wie Unsicherheit beim Gehen, weichen Knien, Herzklopfen, erhöhtem Puls und schweißnassen Händen.

Übungen in bis zu 160 Metern Höhe

Die Seminare am Donauturm umfassen praktische Übungen auf der Außenterrasse und in den Turm-Lokalen in bis zu 160 Metern Höhe. Die Übungen sollen helfen, an Sicherheit zu gewinnen und mit der sogenannten Angstspirale umzugehen. Als verbreitete selbst angewandte Strategien werden etwa das Festhalten, das Schauen in die Ferne, das Herangehen ans Geländer mit Blick nach unten oder das Anlehnen an Glaswände beschrieben.

Im Rahmen der Seminare besteht zusätzlich die Möglichkeit, als Mutprobe die Außenrutsche des Turms zu benutzen. Bis zum Jahresende sind neun Workshop-Termine geplant, pro Kurs können maximal 14 Personen teilnehmen.

Expertenempfehlungen zum Umgang mit Höhenangst

Johannes Lanzinger vom Psychologischen Zentrum Phobius bezeichnet Höhenangst als etwas Normales. Höhe werde als potenziell gefährlich angesehen und könne Stress sowie körperliche Empfindungen auslösen. Panik könne dazu führen, dass die Angst größer werde, etwa durch die Befürchtung, ohnmächtig zu werden.

Lanzinger warnt davor, Höhen konsequent zu meiden oder sich nur mit umfangreichen Sicherheitsstrategien zu behelfen, da dies die Angst verstärken könne. Sinnvoller sei eine direkte Konfrontation mit der Situation. Wichtig sei es, ruhig zu atmen, die Muskeln zu entspannen und sich zu sagen, dass keine Gefahr besteht.

Angebote für unterschiedliche Schweregrade

Die Workshops am Donauturm richten sich ausdrücklich an Menschen mit moderater Höhenangst. Personen mit besonders starker Höhenphobie wird von einer Auffahrt auf den Turm abgeraten. Für sie werden eigene Therapien in Praxisräumen angeboten, die nicht in luftiger Höhe stattfinden.

Roman Bauer, Geschäftsführer des Donauturms, erklärte bei einem Medientermin, selbst Höhenangst zu haben. Die Arbeit im Turm stelle für ihn jedoch kein Problem dar. Er berichtete, dass er die neue Turm-Rutsche nicht sofort ausprobiert habe und beobachte, dass sich manche Gäste oben nicht ganz wohl fühlen.