Ein Jahrzehnt Unverschwendet: Wiens Pionier in der Lebensmittelrettung feiert Jubiläum
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Wiener Unternehmen „Unverschwendet“ feiert zehn Jahre Lebensmittelrettung

Das Wiener Unternehmen „Unverschwendet“ begeht im Jahr 2026 sein zehnjähriges Bestehen. Gegründet wurde das Unternehmen von den Geschwistern Cornelia und Andreas Diesenreiter, die von Beginn an auf die Rettung von Lebensmitteln setzen.

„Unverschwendet“ beschäftigt rund 25 Mitarbeiter und arbeitet mit über 250 Partnerbetrieben zusammen. Nach Angaben des Unternehmens werden inzwischen jährlich Produkte im Millionenbereich verkauft.

Vom Schwendermarkt zum Netzwerkbetrieb

Seinen Anfang nahm „Unverschwendet“ am Schwendermarkt im 15. Wiener Bezirk mit einer Küche und einem Verkaufsstand. Cornelia Diesenreiter bezeichnete diese erste Küche und den Stand als „Start-up-Garage“.

Heute arbeitet „Unverschwendet“ als Netzwerk und Vermittler: Überschüsse werden bei Betrieben gesammelt, und es werden passende Lösungen für deren Weiterverarbeitung oder Weitergabe gesucht. Einmal bot ein einzelner Betrieb mehr als 20 Tonnen Wassermelone als Überschuss an.

Produkte aus Überschüssen und neuer Marktstand

Die Geschäftsidee von „Unverschwendet“ besteht darin, Lebensmittel zu retten und ihnen eine zweite Chance zu geben. Aus Überschüssen wie Zwiebeln, Tomaten oder Obst werden unter anderem Confits, Chutneys und Marmeladen hergestellt, in Gläser abgefüllt und verkauft. Zudem werden bei „Unverschwendet“ Waffeln zu Gin gebrannt.

Im neuen Marktraum am Wiener Naschmarkt betreibt das Unternehmen einen Stand, an dem Produkte aus überschüssigen Lebensmitteln präsentiert werden. Dort hängt eine große, zweibeinige Karotte, die symbolisch für aussortierte Ware steht.

Drei zentrale Geschäftsbereiche

„Unverschwendet“ fokussiert sich inzwischen auf drei zentrale Bereiche. Der sichtbarste ist die Feinkostlinie, in der Produkte aus geretteten Zutaten an zwei Marktständen und im Onlineshop verkauft werden.

Ein weiterer Bereich ist die Kooperation mit dem Diskonter Hofer unter der Marke „Rettenswert“. Unter dieser Marke gelangen Überschüsse wie Karotten oder Äpfel in die Regale des Handelsunternehmens. Als dritter Bereich werden gerettete Lebensmittel an gemeinnützige Einrichtungen weitergegeben, die diese nach Angaben des Unternehmens dringend benötigen.

Lebensmittelverschwendung vor dem Verkauf

Nach Darstellung des Unternehmens entsteht Lebensmittelverschwendung nicht nur in Haushalten oder im Handel, sondern bereits in Landwirtschaft und Produktion. Als Gründe für Überschüsse in der Produktion werden unter anderem zu große oder zu krumme Karotten, Überproduktion sowie verpasste Lieferfenster durch Staus genannt.

Geschäftsführer Andreas Diesenreiter weist darauf hin, dass es oft günstiger sei, wegzuwerfen als zu retten. Zusätzliche Logistik, Sortierung und Verarbeitung verursachten Mehrkosten, weshalb Produkte aus geretteten Lebensmitteln oftmals etwas mehr kosten als herkömmliche Waren.

Wachsendes Bewusstsein und Zukunftsvision

Nach Einschätzung von Cornelia Diesenreiter wächst das Bewusstsein für Lebensmittelverschwendung. Nachhaltigkeit sei durch politische Vorgaben und gesellschaftliche Debatten sichtbarer geworden.

Cornelia und Andreas Diesenreiter verfolgen die Vision, dass „gerettet“ als eigenes Marktsegment etabliert wird, vergleichbar mit bestehenden Kategorien wie Bio oder Fair Trade. Ziel sei, dass gerettete Lebensmittel irgendwann als selbstverständlich gelten. Cornelia Diesenreiter leitet das Unternehmen als Chefin und betont, dass sie und ihr Bruder ihre Arbeit in diesem Bereich noch lange fortsetzen wollen.