Ein seltenes Wunder in Dornbirn: Streng geschützte Sumpfschildkröte gefunden
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Streng geschützte Europäische Sumpfschildkröte in Dornbirn gefunden

In Dornbirn ist im Mai 2023 nahe der Dornbirner Ach eine weibliche Europäische Sumpfschildkröte (Emys orbicularis) entdeckt und bei der Inatura abgegeben worden. Es handelt sich um eine nach EU-Naturschutzrecht streng geschützte Art, die in Mitteleuropa selten geworden ist.

Eine genetische Untersuchung ergab, dass die Schildkröte von einer ursprünglich heimischen Population aus dem Raum Bodensee stammt. In Vorarlberg gibt es derzeit keinen Nachweis einer eigenen dauerhaft lebenden Population dieser Art.

Nach Behördenangaben wurde das Tier aus dem Gewässer entnommen, da der betreffende Abschnitt der Dornbirner Ach für die wärmeliebende Art nicht als geeigneter Lebensraum gilt. Für den Fang wurde eine artenschutzrechtliche Ausnahmebewilligung der Bezirkshauptmannschaft Dornbirn erteilt. Der Bestand der Art werde dadurch nicht gefährdet.

Die Schildkröte befindet sich seit Mai 2023 in der Inatura in Dornbirn und wird dort vorübergehend betreut. Geplant ist eine Überführung in eine Zuchtstation nach Tettnang in Deutschland, da das Tier als genetisch bedeutsam eingestuft wird. Die Überstellung verzögerte sich unter anderem durch die Klärung der Art- und Herkunftsfrage sowie durch behördliche Absprachen für die Aufnahme in ein Zuchtprogramm.

Ein Transport während der Winterruhe ist nicht möglich und soll daher erst nach deren Abschluss erfolgen. Ob das Tier ursprünglich wild lebend oder ein entlaufenes beziehungsweise ausgesetztes Heimtier war, ist weiterhin nicht abschließend geklärt.

Hintergrund zur Art

Die Europäische Sumpfschildkröte ist nach einer EU-Naturschutzrichtlinie streng geschützt. In Mitteleuropa ist sie selten geworden oder bereits verschwunden, unter anderem durch den Verlust von Feuchtgebieten sowie Eingriffe durch Straßenbau und Verkehr.

Die Art ist auf flache, sonnige Gewässer mit dichtem Uferbewuchs angewiesen. Europäische Sumpfschildkröten werden erst im Alter von acht bis zwölf Jahren geschlechtsreif und können über 50 Jahre alt werden, viele Jungtiere überleben jedoch nicht. Erwachsene Weibchen gelten für den Erhalt des Bestands als besonders wichtig.

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