Neue Kampagne für respektvolles Miteinander in Salzburgs Öffis
Der Salzburger Verkehrsverbund hat am Mittwoch eine neue Kampagne für mehr Rücksichtnahme in Bus und Bahn vorgestellt. Unter dem Titel „Eine schrecklich nette Öffi-Fahrt“ soll das Bewusstsein für ein respektvolles Miteinander im öffentlichen Verkehr gestärkt werden.
Im Mittelpunkt stehen typische Alltagssituationen, in denen es zu Spannungen zwischen Fahrgästen kommen kann. Rund 230.000 Menschen nutzen täglich den öffentlichen Verkehr in Salzburg.
Die als „Benimm-dich-Kampagne“ bezeichnete Initiative greift Themen wie das laute Abspielen von Videos ohne Kopfhörer, blockierte Einstiegsbereiche und Essen in Fahrzeugen auf. Auch fehlende Rücksichtnahme auf andere Fahrgäste gehört zu den angesprochenen Verhaltensweisen. Die Inhalte werden im Sitcom-Stil umgesetzt und sowohl in den öffentlichen Verkehrsmitteln als auch auf digitalen Kanälen ausgespielt.
Der Verkehrsverbund informiert, die Kampagne solle mit einem humorvollen Zugang Aufmerksamkeit schaffen, zugleich aber klare Botschaften für respektvolles Verhalten vermitteln. Inhaltlich stützt sie sich auf Rückmeldungen aus dem Betriebsalltag. Seit Juli 2025 gibt es in der Beschwerdeauswertung die eigene Kategorie „Verhalten von Fahrgästen“, in der seither zahlreiche Fälle dokumentiert wurden – darunter durch Gepäck belegte Sitzplätze, fehlende Bereitschaft, Sitzplätze zu teilen, blockierte Ein- und Ausstiege sowie sicherheitsrelevantes Verhalten wie mangelndes Festhalten während der Fahrt.
Ein Großteil der Rückmeldungen wird laut Verkehrsverbund direkt an das Fahrpersonal herangetragen. Von Lenkerinnen und Lenkern werde erwartet, bei Konflikten zwischen Fahrgästen einzugreifen, für Ordnung zu sorgen und Regelverstöße anzusprechen. Sie berichten demnach, dass laute Musik, intensive Gerüche und fehlende Rücksichtnahme im unmittelbaren Arbeitsumfeld als störend empfunden werden und die Konzentration im Fahrbetrieb erschweren.
Laut Darstellung im Zusammenhang mit der Kampagne nehmen auch Fahrgäste Veränderungen im Miteinander wahr. Es wird ein Bezug zu den Jahren rund um die Corona-Pandemie hergestellt, in denen Themen wie Abstandhalten und Rücksichtnahme stärker im Fokus standen. Bereits kleine Verhaltensänderungen könnten demnach die Qualität der Fahrten für Fahrgäste verbessern.
Landeshauptfrau-Stellvertreter Stefan Schnöll erklärte, ein respektvoller Umgang im öffentlichen Verkehr trage dazu bei, dass sich alle wohlfühlen und Menschen den öffentlichen Verkehr gerne für Arbeit, Schule oder Freizeit nutzen. ÖBB-Sprecher Robert Mosser betonte, die neue Kampagne stärke das Bewusstsein, dass Rücksichtnahme im öffentlichen Verkehr Voraussetzung für ein entspanntes Miteinander sei, und alle profitieren würden, wenn jede und jeder einen kleinen Beitrag leiste.
Reinhard Gassner, Geschäftsführer der Salzburg Linien, verwies darauf, dass die aufgestellten Spielregeln helfen sollen, den Alltag für alle Fahrgäste angenehmer und sicherer zu gestalten. Johannes Gfrerer, Geschäftsführer der Salzburger Verkehrsverbund GmbH, erklärte, mit der Kampagne solle die Wahrnehmung für das eigene Verhalten im öffentlichen Verkehrsmittel geschärft und Verantwortung sichtbar gemacht werden. Zugleich solle so zu einem respektvollen Miteinander beigetragen werden.
Auch in anderen Städten gibt es ähnliche Initiativen. Die Wiener Linien haben im März eine eigene Kampagne für mehr gegenseitige Rücksicht in den Öffis gestartet, in der humorvoll darauf hingewiesen wird, welches Verhalten dort nicht erwünscht ist.








