Beschlagnahmtes Beulenkrokodil im Tiergarten Schönbrunn eingezogen
Im Tiergarten Schönbrunn ist ein 30 Jahre altes Beulenkrokodil-Männchen in das Terrarienhaus eingezogen. Der Zoo hält damit wieder ein Paar dieser Krokodilart.
Das Tier war zuvor zehn Jahre lang privat in einem Schrebergarten im deutschen Thüringen gehalten worden und wurde von den Behörden beschlagnahmt. Zuvor konnten die Besitzer nach Angaben von Markus Baur, Leiter der Auffangstation für Reptilien in München, die Haltungsbedingungen nicht mehr erfüllen.
Baur erklärte, er sei froh, dass für das Beulenkrokodil im Tiergarten Schönbrunn ein Platz gefunden wurde, an dem es artgerecht leben könne und große Expertise in der Pflege dieser Reptilien bestehe. Das Männchen ist über 2,3 Meter lang.
Im Tiergarten Schönbrunn gibt es zu dem neu eingetroffenen Männchen ein passendes Weibchen. Im September des Vorjahres war dort das vorherige Beulenkrokodil-Männchen verstorben, nun hält der Zoo wieder ein Beulenkrokodil-Paar.
Transport und Eingewöhnung
Der Transport des Tieres nach Wien wurde vom Tiergarten Schönbrunn selbst durchgeführt. Kurator Anton Weissenbacher holte das Beulenkrokodil gemeinsam mit einer Tierpflegerin und einem Tierpfleger in München ab. Es wurde in einer speziellen Transportkiste in einem Klein-LKW in den Zoo gebracht.
In Schönbrunn verbrachte das Männchen zunächst einige Tage getrennt vom Weibchen in der Anlage, damit es sich in Ruhe eingewöhnen konnte. Weissenbacher erklärte, dass die Tiere in dieser Zeit bereits Kontakt miteinander aufnehmen, sich sehen, riechen und miteinander kommunizieren konnten.
Wieder ein genetisch wertvolles Paar
Nach der Eingewöhnungsphase wurden das Männchen und das Weibchen zusammengeführt. Die beiden Beulenkrokodile tauchten sofort gemeinsam ab, unternahmen erste Paarungsversuche und liegen seither sowohl an Land als auch im Wasser eng beieinander.
Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck erklärte, dass Beulenkrokodile nur in wenigen zoologischen Gärten zu finden sind und das Paar in Schönbrunn für den Fortbestand der Zoopopulation genetisch besonders wertvoll sei. Er erläuterte, dass Beulenkrokodile in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet im Süden Mexikos, in Guatemala und Belize vor 40 Jahren wegen ihres Leders fast ausgerottet wurden.
Hering-Hagenbeck sagte zudem, der Zoo Atlanta und weitere Institute hätten viele Beulenkrokodile gezüchtet und erfolgreich ausgewildert. Die Art gelte heute nicht mehr als gefährdet.








