Photovoltaikpark im Euro-Nova-Industriepark Arnoldstein eröffnet
Im Euro-Nova-Industriepark in Arnoldstein ist ein neuer Photovoltaikpark in Betrieb genommen worden. Die erste Ausbaustufe entstand auf der Reststoffdeponie der Abfall Behandlung & Recycling GmbH (ABRG) im Gemeindegebiet von Hohenthurn und wurde an einem Freitag feierlich eröffnet.
Der Euro-Nova-Industriepark gilt als Zentrum für Abfallrecycling und erneuerbare Energie. In dem Industriepark sind derzeit 35 Betriebe angesiedelt.
Umgenutzte Deponiefläche als Standort
Die ABRG bereitet seit 30 Jahren Industrieabfälle aus dem In- und Ausland auf und verarbeitet nach eigenen Angaben im Industriepark Arnoldstein pro Jahr rund 70.000 Tonnen Industrieabfälle, überwiegend aus dem Alpen-Adria-Raum. Die Abfälle werden rund um die Uhr behandelt, für die thermische Verarbeitung kommen zwei Wirbelschichtöfen zum Einsatz.
Nach der thermischen Behandlung verbleiben etwa 30 Prozent des Materials als Schlacke, die auf einer sieben Hektar großen Reststoffdeponie unterhalb der Autobahn auf dem Gemeindegebiet von Hohenthurn endgelagert wird. Auf dem fertiggeschütteten und abgedichteten Deponiekörper wurde in den vergangenen eineinhalb Jahren die erste Stufe des Photovoltaikparks errichtet.
Stromerzeugung und Investitionen
Der Photovoltaikpark soll jährlich 1,6 Gigawattstunden Strom erzeugen. Diese Menge entspricht laut Darstellung im Zusammenhang mit dem Projekt dem Strombedarf von etwa 500 Haushalten. Projektverantwortlicher der ABRG ist Thomas Werner.
Werner zufolge produziert die Anlage an sonnigen Tagen bereits über ein Megawatt Strom. Die ABRG arbeite daran, Strombezug und -bedarf so zu steuern, dass der gesamte untertags erzeugte Strom selbst genutzt werden kann. Im ersten Schritt geht das Unternehmen nach seinen Angaben davon aus, die eigenen Stromkosten um rund 60 Prozent verringern zu können – von derzeit etwa einer Million Euro pro Jahr auf rund 400.000 Euro.
Für die erste Baustufe des Photovoltaikparks investierte die ABRG vier Millionen Euro. In den kommenden fünf bis sieben Jahren sollen nach den Planungen Werners zwei weitere Baustufen folgen.
Pläne für Standort und Gemeinden
Der zusätzlich erzeugte Strom soll nach Vorstellung der ABRG künftig auch dem Industriestandort Arnoldstein zugutekommen. Werner zufolge ist vorgesehen, Strom für Betriebe im Industriepark bereitzustellen. Außerdem sollen die Gemeinden Hohenthurn und Arnoldstein die Möglichkeit erhalten, Strom aus dem Projekt zu günstigen Konditionen zu beziehen.
Die ABRG versorgt gemeinsam mit der benachbarten Müllverbrennungsanlage Arnoldstein und Teile von Villach mit Fernwärme. Nach Einschätzung des Geschäftsführers des Euro-Nova-Industrieparks, Eric Gotschier, ist die lokale Energieerzeugung ein Vorteil für die im Industriepark angesiedelten Betriebe und für den Ruf des Standorts. Er verweist darauf, dass es derzeit zwei Gruppen von Unternehmen gibt, die sich für eine Ansiedlung interessieren: Betriebe aus der Recyclingbranche und Unternehmen aus der Energiebranche.
Gotschier hebt hervor, dass der Euro-Nova-Industriepark über ein eigenes Energieinfrastrukturnetz verfügt. Dieses Netz könne im Wettbewerb um neue Betriebsansiedlungen eine wichtige Rolle spielen.








