Hirschziegenantilopen-Jungtier in Tiergarten Schönbrunn erschossen – Ermittlungen laufen
Im Tiergarten Schönbrunn ist ein Hirschziegenantilopen-Jungtier erschossen worden. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts der Tierquälerei, eine Täterschaft ist bisher nicht bekannt.
Das Landeskriminalamt Wien führt die Ermittlungen, konkret der Ermittlungsbereich Umweltdelikte. Verdächtige gibt es nach Angaben der Polizei bislang nicht.
Videoaufnahmen und Obduktion ausgewertet
Zum Zeitpunkt der Tat am vergangenen Sonntag existiert ein Video, das das Gehege der Tiere zeigt. Dieses Video wurde von den Ermittlern gesichtet und ausgewertet. Darauf ist zu sehen, dass die Artgenossen im Gehege nicht durch einen Knall aufgeschreckt wurden, als das Jungtier getroffen wurde.
Eine Tierpflegerin fand das getötete Tier. Ein Tierarzt führte anschließend eine Obduktion durch. Dabei wurde eine mutmaßliche Schussverletzung festgestellt.
Schuss von außerhalb des Geheges
Laut Landespolizeidirektion Wien steht noch nicht fest, von wo genau der Schuss abgegeben wurde. Sicher sei aber, dass der Schuss von außerhalb des Geheges abgegeben wurde. Bei der verwendeten Waffe handelt es sich nach Polizeiangaben um ein Kleinkaliber.
Ein Projektil wurde bisher weder gefunden noch gesichert. Videoüberwachungen werden laut Polizei laufend ausgewertet. Die Täterschaft ist weiterhin unbekannt.
Meldung an die Polizei und Maßnahmen im Tiergarten
Der Sachverhalt um die getötete Antilope wurde am Montag von Verantwortlichen des Tiergartens in einer Polizeiinspektion gemeldet. Der Tiergarten Schönbrunn hat nach dem Vorfall die Nachtdienste umgehend aufgestockt und externe Securitymitarbeitende hinzugezogen.
Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck erklärte, die Sicherheit von Mensch und Tier sei das höchste Gut und man tue alles, um die höchste Sicherheit zu gewährleisten. In einem E-Mail teilte der Tiergarten am Mittwoch mit, dass weitere Details aus ermittlungstaktischen Gründen und in Absprache mit den Ermittlungsbehörden nicht kommuniziert werden können.
Informationen zur Hirschziegenantilope
Nach Angaben des Tiergartens wird die Hirschziegenantilope wegen der dunklen Färbung des Rückens bei männlichen Tieren auch Schwarzbock genannt. Weibchen und junge Tiere sind sandfarben, die Weibchen sind hornlos. Männliche Hirschziegenantilopen fallen durch große, schraubenartig gewundene Hörner auf.
Anfragen der APA zum Bestand der Hirschziegenantilopen im Tiergarten sowie zu Größe und Lage des Geheges wurden vom Tiergarten nicht beantwortet.








