ESC 2026: Wiens Kult-Kaffeehäuser verwandeln sich in internationale Eurofan Cafés
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Eurovision Song Contest: Wiener Kaffeehäuser werden zu Eurofan Cafés

In Wien beteiligen sich im Rahmen des Eurovision Song Contest 2026 insgesamt 21 Kaffeehäuser als sogenannte Eurofan Cafés. Die Lokale passen Ausstattung und Speisekarten an jeweils ein oder zwei ihnen zugewiesene Teilnehmerländer an und sind bis 17. Mai geöffnet.

Die Stadt Wien nutzt das Format, um den Song Contest aus der Stadthalle und dem Eurovillage am Rathausplatz in die Bezirke zu bringen. Die Eurofan Cafés sollen dabei als zusätzliche Treffpunkte für Fans und internationale Delegationen dienen.

Finnland im „Gschamster Diener“

Das Kaffeehaus „Gschamster Diener“ in Mariahilf ist eines der Eurofan Cafés und widmet sich während des ESC zwei Wochen lang dem Land Finnland. Seit dem Montag vor dem Veröffentlichungszeitpunkt steht dort das finnische Gericht „Pyttipannu“ auf der Speisekarte, das als Gröstl mit Spiegelei, Essiggurkerl, Ketchup und Mayonnaise beschrieben wird.

Betreiber Ernst Lackner ließ sich für die finnischen Gerichte von einem Küchenchef der finnischen Botschaft beraten. Laut Bericht sollen noch drei weitere finnische Speisen auf die Karte kommen. Im „Gschamster Diener“ sind bereits Tische für das Finale reserviert, zum Halbfinale und zum Finale ist ein Public Viewing geplant.

Ein Gast namens Reinhard besuchte das Lokal an einem beschriebenen Tag zum ersten Mal, bemerkte die ESC-Dekoration und äußerte sich positiv zur Idee, dass Wiener Kaffeehäuser ESC-Länder repräsentieren. Erwähnt wird auch, dass es im „Gschamster Diener“ vor rund 40 Jahren bereits einen finnischen Stammtisch gab.

Israel in der „MQ Kantine“

Die „MQ Kantine“ im MuseumsQuartier in Neubau ist als israelisches Eurofan Café Teil der Aktion. Betreiberin Lisa Wegenstein führt das Lokal seit 23 Jahren gemeinsam mit ihrem Mann Johannes. Es wird berichtet, dass die Bekanntgabe, welches Lokal Israel hostet, eine Woche später als bei den anderen Kaffeehäusern erfolgte.

In der „MQ Kantine“ liegt der Fokus laut Darstellung auf Sicherheit, ein großes Public Viewing ist nicht vorgesehen. Rund 15 Personen bilden Awareness-Teams, die rund um die Uhr präsent sein sollen und Konfliktsituationen deeskalieren sollen. Lisa Wegenstein wird mit den Aussagen zitiert, sie habe kurz überlegt, ob sie ihr Lokal zur Verfügung stellen soll, wolle aber ein internationales Zeichen gegen Antisemitismus setzen und ein friedliches Signal senden.

Im Zusammenhang mit dem ESC wird berichtet, dass Israel politisch in der Kritik stehe und einige Teilnehmerländer den Ausschluss Israels forderten. Einem Ausschluss sei nicht stattgegeben worden, aus Protest nähmen fünf andere Länder nicht teil. Bei der Eröffnung des israelischen Eurofan Cafés in der „MQ Kantine“ war der israelische Botschafter David Roet anwesend. Er wird mit der Aussage zitiert, der ESC sei ein Musikfestival, bei dem es nicht um Politik gehe, und er freue sich, dass Israelis und Österreicher in Wien einen Ort zum Feiern hätten. Zudem hoffe er auf eine friedliche Atmosphäre und vertraue den österreichischen Sicherheitskräften. Er dankte der österreichischen Regierung und dem Wiener Bürgermeister dafür, dass sie sich für die Werte des ESC einsetzen und eine Teilnahme ermöglichen.

Griechenland und Armenien im Café Frauenhuber

Das Café Frauenhuber in der Wiener Innenstadt ist ebenfalls ein Eurofan Café und repräsentiert sowohl Griechenland als auch Armenien. Küchenchef Rainer kocht drei traditionelle Gerichte dieser Länder. Er hat sich laut Darstellung intensiv vorbereitet, Rezepte recherchiert, Gerichte ausgewählt und diese geübt. Am ersten Tag wurden die neuen Speisen rund 15-mal bestellt.

Die griechische ESC-Delegation hat das Café bereits besucht. Delegationsleiter Konstantinos Pantzoglou wird mit der Aussage zitiert, man fühle sich geehrt, dass Griechenland durch eines der ältesten Wiener Kaffeehäuser vertreten werde. Er äußert sich positiv zum Ambiente und zur Freundlichkeit der Menschen im Lokal. Die Assistentin der Delegation, Marineta Kritikou, wird mit der Begeisterung darüber zitiert, dass in einem historischen Wiener Kaffeehaus traditionelle griechische Gerichte serviert werden.

Im Zusammenhang mit dem Café Frauenhuber wird erwähnt, dass es ein möglicher Treffpunkt für Fans sein könnte. Betreiberin Elisabeth Binder wird mit der Aussage zitiert, sie würde sich freuen, wenn armenische und griechische Fans kommen und man ihnen die Wiener Kaffeehauskultur zeigen könne. Zudem wolle man auch österreichischen Stammgästen andere Kulturen näherbringen. Gut angenommene Gerichte könnten demnach dauerhaft in die Speisekarte übernommen werden. Ob der „Gschamster Diener“ und die „MQ Kantine“ ihre ESC-Speisen längerfristig anbieten werden, bleibt offen.