WWF übt Kritik an geplanter Verordnung für Natura-2000-Gebiet an der Isel
Die Naturschutzorganisation WWF kritisiert die geplante Verordnung des Landes zum Schutzgebiet an der Isel. Im Mittelpunkt steht der Entwurf für das Natura-2000-Gebiet „Osttiroler Gletscherflüsse Isel, Schwarzach und Kalserbach“.
Der WWF stuft den aktuellen Entwurf als unzureichend und europarechtswidrig ein. Die Kritik wurde in einer Aussendung am Dienstag veröffentlicht.
Konkret bemängelt der WWF im Entwurf der Erhaltungszielverordnung das Fehlen messbarer Erhaltungsziele für die gefährdete Deutsche Tamariske, die an der Isel vorkommt. Nach Angaben der Organisation fehlen im Entwurf zudem mindestens acht Lebensraumtypen, darunter prioritäre Auwälder, sowie neun geschützte Arten wie Huchen, Eisvogel und Fischotter. Für diese Schutzgüter lägen wissenschaftliche Nachweise im Gebiet vor.
Marie Pfeiffer vom WWF verweist darauf, dass die EU-Kommission Mängel klar benannt habe und Tirol weiterhin wesentliche Lebensräume, Arten und messbare Erhaltungsziele nicht ausreichend erfasse. Tirol bleibe damit nach ihrer Darstellung hinter den europäischen Vorgaben zurück. Sie betont, dass Natura-2000-Gebiete nicht nach Belieben ausgestaltet werden könnten und geschützte Arten, Lebensräume sowie Erhaltungsziele nicht willkürlich ausgewählt oder weggelassen werden dürften.
Die EU-Kommission hatte Österreich bereits am 11. März offiziell aufgefordert, Mängel im Natura-2000-Gebiet zu beheben. In einem Mahnschreiben verweist sie ausdrücklich auf eine mangelhafte Natura-2000-Verträglichkeitsprüfung beim Wasserkraftprojekt Schwarzach. Pfeiffer erklärt dazu, Auswirkungen von Projekten könnten nicht vollständig geprüft werden, wenn geschützte Arten und Lebensräume in den einschlägigen Verordnungen fehlten. Dadurch entstünden Schutzlücken für wertvolle Naturgebiete.








