Eurovision Song Contest: Israelisches „Eurofan Café“ in Wiener MQ Kantine
Im Umfeld des Eurovision Song Contest in Wien richtet Israel in der MQ Kantine ein eigenes „Eurofan Café“ ein. Die Betreiberinnen und Betreiber wollen dort einen Schwerpunkt auf Musik und Begegnung legen.
Die MQ Kantine fungiert von 3. Mai bis 16. Mai als Treffpunkt für Fans des israelischen Sängers und Songwriters Noam Bettan, der mit dem Song „Michelle“ am Eurovision Song Contest teilnimmt. Im „Eurofan Café“ sollen Musik, Kultur, Essen, Trinken, Singen und Tanzen im Vordergrund stehen. Nach Angaben der MQ-Kantinenbetreiber soll es in diesem Rahmen nicht um Politik gehen.
„Eurofan Cafés“ in 21 Wiener Kaffeehäusern
Die „Eurofan Cafés“ sind eine gemeinsame Initiative der Wiener Kaffeesieder, des ORF und des Echo Medienhauses. Insgesamt beteiligen sich 21 Kaffeehäuser, die als Partnereinrichtungen für Teilnehmerländer des Eurovision Song Contest in Wien auftreten.
Jedes dieser 21 Kaffeehäuser übernimmt eine Patenschaft und Gastgeberrolle für ein oder zwei der 35 teilnehmenden Länder. Damit sollen Fans und Interessierte im Stadtgebiet zusätzliche Anlaufstellen rund um den Bewerb erhalten. Der Eurovision Song Contest wird dabei auf seine erste Ausgabe im Jahr 1956 datiert.
Debatte um Teilnahme Israels
Im Vorfeld des Wettbewerbs in Wien kam es zu einer Debatte über die Teilnahme Israels. Als Anlass wird ein israelischer Militäreinsatz im Gazastreifen genannt, der als Reaktion auf den Angriff der Terrororganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 beschrieben wird.
Fünf traditionelle Teilnehmerländer, darunter Spanien und die Niederlande, kündigten nach der Zulassung Israels ihren Rückzug aus dem Bewerb an. Spanien und die Niederlande sind in diesem Jahr nicht in der Wiener Stadthalle vertreten.
Boykottaufruf und Protestaktionen
Mehr als 1.100 Musikerinnen und Musiker fordern wegen der Teilnahme Israels einen Boykott des Eurovision Song Contest von Wien. Der entsprechende Aufruf trägt den Titel „No Music For Genocide“ und bezieht sich auf die israelische Teilnahme.
Zu den Unterzeichnerinnen und Unterzeichnern gehören unter anderem Roger Waters, der als Pink-Floyd-Mitgründer bezeichnet wird, Peter Gabriel als ehemaliger Frontmann von Genesis, der US-Rapper Macklemore, das schottische Indiekollektiv Mogwai, die isländische Band Of Monsters And Men und die nordirische Rapgruppe Kneecap. Gegen einen Musiker der Gruppe Kneecap ermittelte die britische Justiz wegen Terrorvorwürfen, nachdem er sich bei einem Konzert in eine Fahne der libanesischen Hisbollah-Miliz gehüllt hatte.
Gegen die Teilnahme Israels am Eurovision Song Contest ist für den 16. Mai in Wien eine Großdemonstration angemeldet worden. Einen Tag vor dem Finale treten in der Venediger Au Künstlerinnen und Künstler beim „Song Protest“ auf. Unter ihnen ist Dinis Mota, der als möglicher portugiesischer Beitrag für den Eurovision Song Contest gehandelt wurde und nach eigenen Angaben im Vorfeld erklärte, wegen der Teilnahme Israels nicht antreten zu wollen.








