Hightech-Sicherheitskonzept für Eurovision Song Contest in Wien
Für den 70. Eurovision Song Contest in Wien bereiten Polizei und Sicherheitsbehörden ein umfangreiches Sicherheitskonzept vor. Rund 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verschiedener Einheiten planen derzeit die Maßnahmen in der Stadt.
Zum Einsatz stehen dabei neben Spezialeinsatzkräften auch moderne technische Hilfsmittel wie ein Roboterhund und unterschiedliche Drohnen bereit.
Planung unter Leitung der Wiener Polizei
Die Planung der Sicherheitsmaßnahmen obliegt der Landespolizeidirektion Wien. Sie stellt zahlreiche zivile und uniformierte Beamtinnen und Beamte aus verschiedenen Abteilungen. Zusätzlich kommen Exekutivbedienstete aus dem Bundeskriminalamt und der Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) zum Einsatz.
In dem Konzept ist auch die Flugpolizei eingebunden. Sie unterstützt die Sicherheitsmaßnahmen durch Aufklärung aus der Luft und kann bei Bedarf zusätzliches Personal transportieren. Nach Darstellung der Verantwortlichen ist bei einer internationalen Großveranstaltung ein enges Zusammenwirken unterschiedlicher Kräfte wesentlich, damit alle das Ereignis sicher und unbeschwert erleben können.
Spezialeinheiten mit Drohnen und Roboterhund
Vertreter der Direktion für Spezialeinheiten/Einsatzkommando Cobra (DSE/EKO Cobra) haben in der Rossauer Kaserne gezeigt, welche Mittel die Polizei im Zuge des Wettbewerbs in Betracht zieht. Zur Auswahl stehen verschiedene Arten von Drohnen sowie der Roboterhund „Spot“.
Ein leitender Beamter aus dem ESC-Einsatzstab der Cobra erklärte, Drohnen seien für die Einheit heute nicht mehr wegzudenken. Zu deren Aufgaben zählte er Aufklärung, Verfolgungen und das Suchen von Tätern, auch in nicht urbanen Gebieten. Gleichzeitig wird die Abwehr von Drohnen, sowohl stationär als auch mobil, als bedeutend beschrieben. Es komme bei Großevents immer wieder vor, dass verdächtige Fluggeräte vom Himmel geholt werden müssten.
Der Roboterhund „Spot“, der bereits vor mehreren Jahren angeschafft wurde, wird als Mittel der Wahl bei heiklen Erkundungseinsätzen vom Boden aus dargestellt. Er soll eingesetzt werden, wenn es für Einsatzkräfte zu gefährlich ist, und zählt zu den technisch ausgeklügelteren Werkzeugen der Antiterrortruppe.
„Unsichtbares Netz“ der Cobra
Die DSE hält vor und während des Bewerbs am 16. Mai auch Präzisionsschützen als Backup bereit. Diese sollen keinesfalls sichtbar sein, aber dennoch ständig verfügbar. Zusätzlich stehen Entschärfer, Personenschützer und Antiterror-Interventionsbeamte im Einsatz.
Hannes Ipirotis, Standortleiter der Cobra in Wien, betonte, die Bevölkerung solle von den Spezialkräften möglichst nichts mitbekommen. Die Sondereinheit will demnach mit einem „unsichtbaren Netz an Komponenten“ über die Veranstaltung wachen. Der Kommandant der Cobra Wien ließ durchblicken, dass es auch Zivilteams vor Ort gibt. Bei Bedarf könnten außerdem Kräfte aus anderen Bundesländern nach Wien verlegt werden.
Ipirotis machte deutlich, dass es nicht zu einem Terrorfall kommen soll. Als „Worst Case“ bezeichnete er die Situation, in der Kolleginnen und Kollegen in schwerer Schutzausrüstung die Stadthalle betreten müssten.
Einschätzung der Sicherheitslage
Der Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, Franz Ruf, stufte die Sicherheitslage für den Gesangswettbewerb als „sensibel, aber stabil“ ein. Er verwies dabei auf den Hintergrund des Krieges im Nahen Osten. Laut Darstellung der Behörden bleibt ein latentes Gefährdungspotenzial für den Wettbewerb bestehen, eine konkrete Bedrohung gibt es derzeit jedoch nicht.








