EVN steigert Halbjahresergebnis und investiert verstärkt in Niederösterreich
Die EVN hat im ersten Halbjahr des Wirtschaftsjahres 2025/26 Umsatz und Ergebnis gesteigert. Das Unternehmen bestätigt zudem seine Prognose für das Gesamtjahr und treibt Investitionen in erneuerbare Energie und Infrastruktur voran.
Der Konzern berichtet von außerordentlichen Ereignissen, die zu einem buchhalterischen Ergebnisanstieg geführt haben sollen. Dazu zählen der Verkauf der Tochter WTE und der Kauf des Unternehmens Fiberplus im ersten Halbjahr.
Deutlicher Ergebnisanstieg im Halbjahr
Der Umsatz stieg in den ersten sechs Monaten des Wirtschaftsjahres 2025/26 um 3,2 Prozent auf rund 1,79 Milliarden Euro. Das Konzernergebnis erhöhte sich um 24,7 Prozent auf 312,4 Millionen Euro.
Das EBITDA legte um 7,9 Prozent auf 553,3 Millionen Euro zu, das EBIT wuchs um 8,2 Prozent auf 362,9 Millionen Euro. Der Gewinn je Aktie lag bei 1,75 Euro und damit um 24,7 Prozent über dem Wert des Vergleichszeitraums.
Die EVN war im Verkauf von Strom und Gas operativ positiv. Für einen neuen Sozialtarif wurden Rückstellungen in Höhe von rund 13 Millionen Euro gebildet, die das Ergebnis nach Unternehmensangaben spürbar belastet haben.
Marktentwicklung bei Strom und Gas
Der durchschnittliche Gaspreis gab im Berichtszeitraum etwas nach. Die Marktpreise für Strom folgten dieser Entwicklung. Zudem wird angegeben, dass sich Folgen eines Iran-Krieges im gesamten Berichtszeitraum noch nicht vollständig im Gaspreis niedergeschlagen haben sollen.
Die Einspeisung von erneuerbarem Strom, insbesondere aus Photovoltaikanlagen, hat den Strompreis laut Angaben deutlich beeinflusst. Die Erlöse der EVN aus erneuerbarer Erzeugung gingen im Berichtszeitraum um 20 Prozent zurück.
Stromerzeugung und erneuerbare Energie
Die Stromerzeugung der EVN lag im ersten Halbjahr 2025/26 bei 1.502 GWh und damit um 6,7 Prozent unter dem Vergleichswert des Vorjahres. Davon entfielen 1.209 GWh auf erneuerbare Energie.
Für Wind- und Wasserkraft werden ungünstige Bedingungen im Berichtszeitraum genannt. Die Erzeugungskoeffizienten für Wind und Wasser lagen in allen Kernmärkten der EVN deutlich unter dem Vorjahresniveau und dem langjährigen Durchschnitt. In Nordmazedonien lag die Wasserführung hingegen deutlich über dem langjährigen Durchschnittswert.
Nach Angaben im Bericht konnten ungünstige Bedingungen für Wind- und Wasserkraft großteils durch Kapazitätserweiterungen bei Windkraft und Photovoltaik ausgeglichen werden.
Netze, Wärme und Südosteuropa-Geschäft
Die Netzerlöse der EVN stiegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 15 Prozent. Die EVN Wärme verzeichnete aufgrund eines kälteren Winters einen um 12 Prozent höheren Absatz.
In Österreich und Nordmazedonien stieg der temperaturbedingte Heizbedarf im Berichtszeitraum deutlich, während der Winter in Bulgarien im Vergleich zum Jahr davor milder ausfiel. Das Südosteuropageschäft der EVN habe sich nach einem regulatorischen Ausgleichsjahr deutlich verbessert, teilt das Unternehmen mit.
Beteiligungen mit rückläufigem Beitrag
Der Ergebnisanteil der Beteiligungen der EVN sank im Berichtszeitraum um 10,2 Prozent auf 68,0 Millionen Euro. Das Ergebnis der RAG lag deutlich schwächer als im hohen Ergebnis des Vorjahreszeitraums.
Auch die Burgenland Energie sowie die Verbund Innkraftwerke wiesen schwächere Zahlen aus als im Vorjahreszeitraum.
Investitionspläne und Projekte in Niederösterreich
Die EVN plant bis zum Jahr 2030 jährlich eine Milliarde Euro zu investieren. 80 Prozent dieses Volumens sollen nach Niederösterreich fließen.
Im Bereich erneuerbare Energie wurden zwei weitere Windparks in Gnadendorf-Stronsdorf (Bezirk Mistelbach) und in Ebenfurth (Bezirk Wiener Neustadt) in Betrieb genommen. Eine Photovoltaikanlage in Gaweinstal (Bezirk Mistelbach), an der die EVN beteiligt ist, wurde erfolgreich fertiggestellt.
Derzeit werden drei weitere Windparks sowie eine zusätzliche Photovoltaikanlage von oder mit Beteiligung der EVN errichtet. Zudem sind Großbatteriespeicher in Theiß (Bezirk Krems) und in Dürnrohr (Bezirk Tulln) im Bau.
Im Berichtszeitraum einigte sich die EVN mit Avia, an Avia-Tankstellen österreichweit moderne Schnellladestationen zu errichten. Die EVN erwartet, dass das Jahresergebnis im Rahmen der Prognose liegen wird.








