Explosiver Wachstum: Energiegemeinschaften in Niederösterreich verdoppeln Mitgliederzahl auf 100.000
Dieses Thema Freunden empfehlen

100.000 Menschen in Energiegemeinschaften in Niederösterreich

In Niederösterreich sind nach Angaben der Energie- und Umweltagentur Niederösterreich mittlerweile 100.000 Menschen in Energiegemeinschaften organisiert. Die Zahl der Mitglieder hat sich damit im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt.

Im Bundesland wurden im April 1.920 Energiegemeinschaften gezählt. Energiegemeinschaften werden dabei als Zusammenschlüsse von Haushalten, Gemeinden und Unternehmen beschrieben, um gemeinsam Strom zu erzeugen und zu verbrauchen.

Tag der Sonne rückt Solarenergie in den Fokus

Anlässlich des internationalen Tags der Sonne wird auf die Bedeutung der Solarenergie hingewiesen. In diesem Zusammenhang spielen Energiegemeinschaften mit Photovoltaikanlagen eine wichtige Rolle.

Beispiel Thayaland: Erweiterung von Gemeinde auf Private und Betriebe

Im Bezirk Waidhofen an der Thaya befindet sich die Energiegemeinschaft „Zukunftsraum Thayaland“. Sie wurde 2022 von der Gemeinde initiiert, um ursprünglich den Strombedarf der öffentlichen Gebäude abzudecken. Inzwischen wurde das Angebot auf Private und Betriebe ausgeweitet.

Laut Bürgermeister Josef Ramharter (ÖVP) zählt die Energiegemeinschaft „Zukunftsraum Thayaland“ 540 Mitglieder und verfügt über eine Photovoltaik-Leistung von sechs Megawatt-Peak. Der verrechnete Strompreis beträgt 7,9 Cent pro Kilowattstunde ohne Mehrwertsteuer, für eingespeisten Strom werden 7,4 Cent pro Kilowattstunde bezahlt.

Unterstützung durch Energie.Zukunft Niederösterreich

Die Energiegemeinschaft „Zukunftsraum Thayaland“ wird von der Energie.Zukunft Niederösterreich (EZN) betreut. EZN unterstützt nach eigenen Angaben über 200 Energiegemeinschaften in Niederösterreich.

EZN-Geschäftsführer Bernhard Karnthaler erklärt, die Nachfrage nach regionaler und nachhaltiger Energie steige. Ziel sei es, noch mehr Menschen den Zugang zu Energiegemeinschaften zu ermöglichen.

Kostenlose Beratung zu Gründung und Betrieb

Laut Energie- und Umweltagentur Niederösterreich gibt es im Schnitt 40 Beratungsgespräche pro Woche zu Energiegemeinschaften. Diese Beratungen sind kostenlos und reichen von der ersten Idee über rechtliche und organisatorische Grundlagen bis hin zur konkreten Gründung, Umsetzung und Weiterentwicklung.

Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP) betont in einer Aussendung, dass Energiegemeinschaften auch dabei helfen, Niederösterreich ein Stück unabhängiger zu machen.