Tagung in Klagenfurt rückt Kopfschmerzen und Migräne in den Fokus
Kopfschmerzen werden als weitverbreitete Volkskrankheit beschrieben. In Klagenfurt befassen sich Fachleute bei einer Tagung der Österreichischen Kopfschmerz-Gesellschaft mit aktuellen Erkenntnissen zu Kopfschmerzen und Migräne.
Die Veranstaltung findet im Lakeside-Park in Klagenfurt statt. Bis Freitag wird das Thema Kopfschmerz dort aus verschiedenen Blickwinkeln behandelt.
Weit verbreitete Beschwerden
Laut Angaben leidet jeder Dritte unter Spannungskopfschmerzen. Jeder Zehnte ist von Migräne betroffen, von der meist Frauen betroffen sind. Dreimal so viele Frauen wie Männer kennen Migräneanfälle, die bei Frauen erst nach der Pubertät deutlich häufiger werden.
Migräneanfälle können zwischen einer Stunde und bis zu drei Tagen dauern. Der Schmerz ist dabei meist halbseitig. Häufig treten Übelkeit, Lichtempfindlichkeit und Überempfindlichkeiten auf Reize auf. Es sind 23 verschiedene Arten von Migräne bekannt.
Bei Cluster-Kopfschmerz kann das Auge rinnen und gerötet sein. Es wird betont, dass es eigenständige Kopfschmerzerkrankungen gibt, bei denen nichts anderes zugrunde liegt. Als anderes Beispiel wird ein Kopfschmerz nach Alkoholkonsum am Vorabend genannt.
Neue Therapieansätze bei Migräne
Seit 2018 steht eine Therapie gegen Migräne zur Verfügung, die sich weiterentwickelt. Die Präsidentin der Österreichischen Kopfschmerz-Gesellschaft, die Neurologin Sonja Tesar aus Klagenfurt, beschreibt, dass eine Therapie darauf abzielt, direkt die Andockstelle eines Moleküls zu binden. Dadurch werde ein Molekül unwirksam gemacht, das eine Schlüsselrolle bei der Entstehung einer Migräneattacke einnimmt. Laut Tesar besteht bei dieser Therapie ein sehr gutes Nutzen-Risiko-Profil.
Diese Therapie wurde um Tabletten mit demselben Ansatz am Rezeptor erweitert. Diese Tabletten werden als Gepante bezeichnet und gelten für die Fachwelt als relativ neu.
Austausch im deutschsprachigen Raum
An der Tagung nehmen rund 300 Personen teil. Die Teilnehmenden tauschen sich darüber aus, welche Erfahrungen es in den deutschsprachigen Ländern zum Thema Kopfschmerz gibt. Die Erfahrungen werden dabei als fächerübergreifend beschrieben.
Empfehlung bei wiederkehrenden Kopfschmerzen
Kopfschmerzerkrankungen werden als neurologische Erkrankungen eingeordnet, die zugeordnet werden sollten. Hervorgehoben wird, dass jeder Schmerz ein Warnzeichen ist, dass etwas nicht stimmt.
Sonja Tesar empfiehlt, bei wiederkehrenden oder verunsichernden Kopfschmerzen einen Arzt aufzusuchen. Letztlich sollte ihrer Ansicht nach auch eine Neurologin oder ein Neurologe konsultiert werden.








