Finale Bauphase des Semmering-Basistunnels: Ein neues Kapitel in der österreichischen Eisenbahngeschichte rückt näher
Dieses Thema Freunden empfehlen

Semmering-Basistunnel: Finale Bauphase gestartet

Im Semmering-Basistunnel hat die finale Bauphase begonnen. Die ÖBB geben am Dienstag Medienvertretern einen Überblick über die laufenden Arbeiten.

Die Eröffnung des Tunnels ist für das Jahr 2029 geplant. Mit der Fertigstellung bis Dezember 2029 soll ein Kapitel in der österreichischen Eisenbahngeschichte abgeschlossen werden.

Verbindung zwischen Steiermark und Niederösterreich

Der Semmering-Basistunnel verbindet die Steiermark und Niederösterreich. Der Bau begann im Jahr 2012, das Projekt wird als Milliardenvorhaben bezeichnet. Für den Tunnel werden etwa 4,2 Milliarden Euro investiert.

Die Röhre ist 55 Kilometer lang und bereits fertig ausgebrochen. Sie wird derzeit mit Spritzbeton ausgekleidet. Parallel dazu läuft die Innenausrüstung, darunter Stromversorgung, Lüftung und Beleuchtung. In einem weiteren Schritt sollen Schienen und Oberleitung eingebaut werden.

Bedeutung für den Bahnverkehr

Von Graz nach Wien beträgt die derzeitige Fahrzeit mit dem Zug zwei Stunden und 25 Minuten. Nach der geplanten Eröffnung des Semmering-Basistunnels soll sie eine Stunde und 50 Minuten betragen.

Ab Inbetriebnahme des Tunnels kann auf dieser Verbindung der neue Doppelstock-Railjet eingesetzt werden, der bereits auf der Weststrecke unterwegs ist. Künftig soll nur noch eine Lok notwendig sein, um die Garnituren über den Semmering zu befördern; derzeit werden wegen der Steigung zwei Triebfahrzeuge eingesetzt.

Historische Semmeringstrecke bleibt in Betrieb

Die historische Semmeringstrecke ist Weltkulturerbe. Sie soll für den Nahverkehr erhalten bleiben und zudem als Ausweichroute dienen.

Lange Vorgeschichte und weiterer Ausbau

Das Projekt Semmering-Basistunnel wurde Mitte der 1980er-Jahre politisch diskutiert. Es wird als eines der wichtigsten Projekte der österreichischen Bahngeschichte bezeichnet und zugleich als eines der umstrittensten Bauvorhaben, zu dem es viele Befürworter und viele Gegner gab.

Aktueller Schwerpunkt der ÖBB ist die Südstrecke von der tschechischen Grenze bis nach Villach. Auf dieser Verbindung gibt es eine Vielzahl von großen und kleinen Projekten zur Beschleunigung.