Baustart für Rad- und Fußgängerbrücke beim Gewerbepark Stadlau verschoben
Die geplante Rad- und Fußgängerbrücke im Bereich des Gewerbeparks Stadlau wird vorerst nicht gebaut. Die zuständige Magistratsabteilung 29 (MA 29) teilte mit, dass es aus budgetären Gründen aktuell keinen Baustart geben wird.
Die Brücke war im September 2024 von der Stadtregierung angekündigt worden und sollte Fußgängerinnen, Fußgängern und Radfahrenden eine neue Verbindung ermöglichen. Der Baustart war für den Sommer 2026 vorgesehen, das Projektvolumen lag bei rund 28 Millionen Euro.
Die geplante Brücke sollte rund 700 Meter lang sein. Sie war als wichtige lokale Fußwegeverbindung und als Teil einer bezirksübergreifenden Radverkehrsachse konzipiert. Geplant war, den Lückenschluss auf der Radachse zwischen dem Kagraner Platz und der Seestadt herzustellen.
Darüber hinaus sollte die Brücke das Quartier Marlen-Haushofer-Weg mit dem Gewerbepark Stadlau und der Süßenbrunner Straße verbinden. Derzeit trennen die ÖBB-Trasse und die Wiener Nordrand Schnellstraße S2 die betreffenden Stadtteile, im Bereich existiert bislang nur eine Brücke für die Straßenbahn. Für das Brückenprojekt wurden bereits Probebohrungen durchgeführt.
Diskussion um bisherige Planung
Die MA 29 bezeichnet es als Versäumnis, dass die Rad- und Fußgängerbrücke nicht gemeinsam mit der bestehenden Straßenbahnbrücke errichtet wurde, und führt dieses Versäumnis auf die damalige Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou zurück. Die Grünen widersprechen dieser Darstellung.
Heidi Sequenz, Mobilitätssprecherin der Wiener Grünen, erklärte, die Planung der Verlängerung der Straßenbahnlinie 26 vom Kagraner Platz bis zur Hausfeldstraße habe 2006/2007 begonnen. Damals hätten Rad- und Fußverkehr bei der Planung der Straßenbahnbrücke nur geringe Priorität gehabt und seien beim Bau nicht mitgedacht worden. Sie bezeichnete die Absage des Brückenprojekts für die Anrainerinnen und Anrainer als eine Katastrophe.
Hinweise zu derzeitigen Wegen
Roland Romano von der Interessensgemeinschaft Radlobby gibt an, dass der Kagraner Platz in Luftlinie rund 1,3 Kilometer vom Gewerbepark Stadlau entfernt liegt. Wegen Umwegen sei der tatsächlich zurückzulegende Weg ungefähr doppelt so lang, in Richtung Gewerbepark Stadlau könne er auch zwei- bis dreimal so lang sein wie die direkte Entfernung. Manche dieser Umwege seien mit dem Fahrrad nach seinen Angaben teilweise nicht sicher.
Laut MA 29 wird eine Weiterführung des Brückenprojekts angestrebt, sobald die Rahmenbedingungen dies zulassen.








