Salzburg und Tirol fordern Senkung oder Abschaffung der Flugabgabe
Salzburg und Tirol sprechen sich für eine Entlastung bei der österreichischen Flugabgabe aus. Beide Bundesländer fordern vom Bund, die Abgabe zu senken oder ganz abzuschaffen.
Hintergrund sind Befürchtungen, dass sich die Flugabgabe auf Verbindungen ab Salzburg auswirken könnte. Unter anderem wird die Möglichkeit angesprochen, dass Flüge von Salzburg nach München verlagert werden.
Derzeit beträgt die Flugabgabe in Österreich zwölf Euro pro Passagier. Für Kurzstrecken unter 350 Kilometern werden 30 Euro pro Passagier eingehoben. In Deutschland soll die Flugabgabe für Kurzstrecken ab Juli auf 13 Euro gesenkt werden.
Das Land Salzburg kommt zu dem Schluss, dass ein Verlust von Flügen den Wirtschafts- und Tourismusstandort Salzburg beeinträchtigen würde. Verkehrsreferent Stefan Schnöll (ÖVP) bezeichnet die bestehende Regelung als wettbewerbsnachteilig und standortschädlich. Er verweist darauf, dass andere Länder die Flugabgabe gesenkt oder teilweise abgeschafft haben und meint, es könnten Flüge nicht nur nach München abwandern.
Das Verkehrsministerium und das Finanzministerium haben auf eine Anfrage zur Flugabgabe reagiert. Nach Angaben beider Ressorts ist eine Senkung oder Abschaffung der Abgabe derzeit nur möglich, wenn der dadurch entstehende Einnahmenausfall kompensiert werden kann. Die Ministerien verweisen in diesem Zusammenhang auf eine angespannte Budgetlage und laufende Budgetverhandlungen.
Der Luftfahrtexperte Kurt Hofmann äußert sich zu möglichen Folgen einer Änderung der Flugabgabe. Er geht davon aus, dass Austrian Airlines bei einer Senkung oder Abschaffung expandieren würde und Ryanair zusätzliche Flüge anbieten könnte. Hofmann zufolge würden sich die derzeit als trüb beschriebenen Aussichten für Österreichs Flughäfen durch eine Entlastung bei der Flugabgabe deutlich verbessern.








