Frastanz lehnt geplantes Reststoff-Kraftwerk von Rondo Ganahl ab
Die Gemeindevertretung von Frastanz hat das von der Rondo Ganahl AG geplante Reststoff-Kraftwerk abgelehnt. Das Gremium fasste am Donnerstagabend einstimmig eine entsprechende Stellungnahme.
Die Marktgemeinde besitzt im laufenden Umweltverträglichkeitsverfahren Parteistellung und formulierte in diesem Zusammenhang umfassende Bedenken zum Projekt und dessen Standort.
Bedenken zu Standort, Verkehr und Ortsbild
Die Gemeindevertretung sieht am vorgesehenen Standort des Reststoff-Kraftwerks erhebliche Bedenken. Nach Darstellung der Marktgemeinde grenzt die Anlage unmittelbar an Wohngebiete und befindet sich in räumlicher Nähe zu sensiblen Schutzräumen.
Das Natura 2000-Gebiet „Frastanzer Ried“ liegt rund zwei Kilometer vom geplanten Standort entfernt. In diesem Bereich befindet sich ein Grundwasser-Schutzgebiet für die Trinkwasserversorgung. Die Gemeinde äußert in diesem Zusammenhang Bedenken hinsichtlich der langfristigen Sicherung der Trinkwasserversorgung.
Laut Einreichunterlagen sind für das Reststoff-Kraftwerk täglich bis zu 74 Lkw-Fahrten vorgesehen. Die Gemeindevertretung bewertet die Auswirkungen dieses Schwerverkehrs auf den Verkehr kritisch und befürchtet gefährliche Situationen für Fußgänger und Fahrradfahrer. Zudem geht sie davon aus, dass vermehrter Schwerverkehr zu erhöhter Lärm- und Schadstoffbelastung führt.
Kritisch bewertet wird auch die geplante Gebäudehöhe. Das Kraftwerksgebäude soll 35 Meter hoch werden, die Oberkante des Kamins ist mit 45 Metern angegeben. Nach Einschätzung der Gemeinde entspricht diese Höhe nicht den Vorgaben des örtlichen Bebauungsplans und wird in ihrer Wirkung auf das Ortsbild kritisch gesehen.
Bürgermeister betont Verantwortung für Lebensraum
Bürgermeister Walter Gohm (ÖVP) erklärte, die beschlossene Stellungnahme sei Ergebnis einer sorgfältigen und verantwortungsbewussten Abwägung der konkreten Projektfolgen für Frastanz. Die Entscheidung sei aus einer gemeinsamen Verantwortung für den Lebensraum entstanden. Sachlichkeit und Fairness bezeichnete er als zentralen Anspruch der Marktgemeinde in diesem Zusammenhang.
In der Sitzung wurde laut Gohm betont, dass die Rondo Ganahl AG seit Jahrzehnten ein bedeutender Arbeitgeber für die Gemeinde Frastanz ist.
Rondo Ganahl plant Eigenversorgung mit Wärmeenergie
Die Rondo Ganahl AG ist ein österreichisches Familienunternehmen, das auf die Herstellung von Papier-Verpackungen und die Verwertung von Altpapier spezialisiert ist. Das Unternehmen gehört zu den größten Energieverbrauchern in Vorarlberg.
Nach eigenen Angaben des Unternehmens entfallen sieben Prozent der in Vorarlberg genutzten Gasmengen auf Rondo Ganahl. Mit dem geplanten Reststoff-Kraftwerk will das Verpackungsunternehmen seinen Wärmeenergiebedarf eigenständig decken. Die Anlage soll thermische Energie für die Papier- und Wellpappefabrik am Standort Frastanz erzeugen.








