Frühe Fettleibigkeit deutlich risikoreicher: Schwedische Langzeitstudie offenbart tödliche Gefahr durch Gewichtszunahme im Jugendalter
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Schwedische Langzeitstudie: Frühe Adipositas mit erhöhter Sterblichkeit verbunden

Eine umfangreiche schwedische Langzeituntersuchung mit Beteiligung der Medizinischen Universität Innsbruck kommt zu dem Ergebnis, dass ein starker Gewichtsanstieg und frühe Adipositas das Sterberisiko deutlich erhöhen. Besonders ausgeprägt ist demnach der Zusammenhang, wenn zwischen dem 17. und 29. Lebensjahr eine erhebliche Gewichtszunahme oder Fettsucht einsetzt.

Bei einem Adipositasbeginn in diesem Altersabschnitt steigt das Sterberisiko laut der Auswertung um rund 70 Prozent. Die Ergebnisse der Studie wurden in der Fachzeitschrift eClinicalMedicine veröffentlicht.

Umfangreiche Datengrundlage aus landesweiter Studie

Das Forschungsteam wertete Daten einer das gesamte Land umfassenden Gruppenstudie in Schweden aus. Insgesamt wurden die gesundheitliche Entwicklung von mehr als 600.000 Menschen analysiert, darunter 258.269 Männer und 361.784 Frauen.

Für alle einbezogenen Personen lagen im Alter zwischen 17 und 60 Jahren mindestens drei Gewichtsmessungen vor. Diese Messungen stammen aus den Jahren 1963 bis 2015. Die Forschenden bestimmten die Gesamtsterblichkeit sowie die Sterblichkeit aufgrund nicht übertragbarer Erkrankungen jeweils ab fünf Jahren nach der letzten dokumentierten Gewichtsmessung bis zum Tod.

Gewichtszunahme und Sterblichkeit

Im Beobachtungszeitraum betrug der mittlere Beobachtungszeitraum bei Männern 23,3 Jahre, bei Frauen 11,7 Jahre. In dieser Zeit verstarben 86.673 Männer und 29.076 Frauen. Die durchschnittliche Gewichtszunahme zwischen dem 17. und 60. Lebensjahr lag sowohl bei Männern als auch bei Frauen bei 0,42 Kilogramm pro Jahr.

Laut Zusammenfassung der Wissenschaftler war ein starker Gewichtsanstieg zwischen dem 17. und 60. Lebensjahr mit einer höheren Gesamtmortalität assoziiert. Ein frühes Auftreten von Adipositas sowie eine hohe Gewichtszunahme speziell zwischen dem 17. und 29. Lebensjahr standen ebenfalls in Zusammenhang mit einer erhöhten Gesamtsterblichkeit.

Besonders hohes Risiko bei frühem Adipositasbeginn

Männer, bei denen zwischen 17 und 29 Jahren Adipositas einsetzte, wiesen eine um 69 Prozent höhere Sterblichkeit auf als Männer, die bis zum Alter von 60 Jahren keine Fettsucht entwickelten. Bei Frauen mit Adipositasbeginn im selben Altersbereich lag die Sterblichkeit um 71 Prozent höher als bei Frauen ohne Fettsucht bis 60 Jahre.

Pro zusätzlichem halben Kilogramm Gewichtszunahme pro Jahr im Alter zwischen 17 und 29 Jahren erhöhte sich die Mortalität bei Männern um 18 Prozent, bei Frauen um 16 Prozent. Insgesamt stellten die Forschenden fest, dass Gewichtszunahme im späteren Erwachsenenalter im Allgemeinen schwächere Zusammenhänge mit der Mortalität zeigte als frühere Gewichtszunahme.

Unterschiede nach Geschlecht und Todesursachen

Bei Männern waren starker Gewichtsanstieg, frühe Adipositas und hohe Gewichtszunahme zwischen 17 und 29 Jahren mit 13 von 23 untersuchten spezifischen Todesursachen assoziiert. Bei Frauen zeigte sich ein entsprechender Zusammenhang mit 12 von 19 untersuchten Todesursachen.

Zu den genannten Todesursachen zählen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes sowie Erkrankungen des Verdauungs- und des Urogenitalsystems. Eine Ausnahme von den generell schwächeren Zusammenhängen bei späterer Gewichtszunahme betraf laut den Angaben die Krebsmortalität bei Frauen: Dort ähnelte der Zusammenhang mit späterer Gewichtszunahme dem Zusammenhang mit früherer Gewichtszunahme.

An der Studie waren unter anderem die Medizinische Universität Innsbruck und die schwedische Lund Universität beteiligt. Huyen Le ist der Abteilung für Translationale Medizin der Lund Universität zugeordnet, zu den Co-Autoren zählt Josef Fritz von der Abteilung Klinische Epidemiologie an der Medizinischen Universität Innsbruck.