Spitalskooperation zwischen Bad Aussee und Bad Ischl läuft an
Seit der Schließung der chirurgischen und der internen Abteilung am Landeskrankenhaus (LKH) Bad Aussee vor einem Monat werden Patientinnen und Patienten aus dem Ausseerland in einer Kooperation mit Oberösterreich mitversorgt. Die Spitalsträger bewerten diese Zusammenarbeit als gut angelaufen.
Den Angaben zufolge werden zwei Drittel der Patientinnen und Patienten aus der Region weiterhin in der Steiermark behandelt, ein Drittel wird in Oberösterreich versorgt. Für die Mitversorgung in Bad Ischl zahlt das Land Steiermark jährlich 550.000 Euro.
Kooperation mit Bad Ischl und Patientenzahlen
Für die Kooperation wurde pro Jahr mit etwa 300 Patientinnen und Patienten aus der Steiermark gerechnet, die im Akutfall in Bad Ischl behandelt werden. Grundlage der Planung waren durchschnittlich fünf bis sechs stationäre Aufnahmen sowie rund 48 ambulante Behandlungen pro Woche.
Im Salzkammergutklinikum Bad Ischl wurde das Personal im Zusammenhang mit der Kooperation aufgestockt. Martin Bayer, Leiter der Anästhesie und Intensivmedizin in Bad Ischl, erklärt, die Zusammenarbeit sei derzeit relativ gut angelaufen. Im ambulanten Bereich seien mehr Patientinnen und Patienten zu verzeichnen, zu Ostern sei dort ein erhöhtes Aufkommen spürbar gewesen. Gleichzeitig weist Bayer darauf hin, dass momentan noch keine wirklich validen Zahlen zur Kooperation vorliegen.
Angebot in Bad Aussee bleibt in Teilen bestehen
Am LKH Bad Aussee ist die Station für Remobilisation auf 20 Betten vergrößert worden und derzeit voll ausgelastet. Die internistische Ambulanz wird gesondert geführt. Reinhard Doppler, Leiter der Ambulanz in Bad Aussee und der internen Abteilung in Rottenmann, betont, dass im internistischen Bereich in Bad Aussee weiterhin all jene Leistungen angeboten werden, die es zuvor gegeben hat.
Internistische Leistungen werden nun verstärkt ambulant erbracht. Doppler zufolge wird versucht, möglichst viele Fälle selbst ambulant zu lösen. Laboruntersuchungen, Ultraschall- sowie radiologische Untersuchungen und Gastroskopien werden in Bad Aussee weiterhin angeboten. Es wird berichtet, dass viele Menschen nicht wissen, dass diese Leistungen nach wie vor zur Verfügung stehen.
Rettungstransporte nach Rottenmann und Bad Ischl
Der Großteil der Patientinnen und Patienten aus der Region wird in das Verbundspital nach Rottenmann gebracht. Bezirksrettungskommandant Gernot Leitner verweist darauf, dass zwei Drittel der Rettungstransporte nach Rottenmann und ein Drittel nach Bad Ischl gehen.
Die Entscheidung über das Zielkrankenhaus richtet sich nach dem gesundheitlichen Zustand der Patientinnen und Patienten. Für zeitkritische Fälle stehen ein bodengebundenes und ein luftgebundenes Notarztsystem zur Verfügung. Leitner zufolge werden Patientinnen und Patienten so schnell wie möglich in Zielkrankenhäuser gebracht; bei nicht zeitkritischen Fällen spiele es keine Rolle, ob ein Patient eine halbe Stunde länger im Rettungswagen liegt, solange er qualifiziert betreut wird.
Neuaufstellung der Gesundheitsversorgung
Die Spitalsträger in Oberösterreich und in der Steiermark sehen die Neuaufstellung der Gesundheitsversorgung noch am Anfang. Sie schließen nicht aus, dass es bei Bedarf zu einzelnen Adaptierungen kommt.








