Geschäftszahlen 2025: RLB NÖ-Wien mehr als verdoppelt Konzerngesamtergebnis trotz rückläufigem operativen Ergebnis
Dieses Thema Freunden empfehlen

RLB NÖ-Wien steigert Gewinn 2025 deutlich

Die Raiffeisen Landesbank Niederösterreich-Wien (RLB NÖ-Wien) hat im Geschäftsjahr 2025 ihren Gewinn nach Steuern auf 437,6 Millionen Euro erhöht und damit mehr erzielt als im Jahr davor. Das geht aus den am Donnerstag veröffentlichten Geschäftszahlen hervor.

Das Konzerngesamtergebnis wurde auf 758,4 Millionen Euro mehr als verdoppelt, nachdem es im Vorjahr 324,5 Millionen Euro betragen hatte.

Ergebnis stark von RBI-Beteiligung geprägt

In der Kennzahl Konzerngesamtergebnis ist zusätzlich zur At-Equity-Bewertung der Raiffeisen Bank International (RBI) ein anteiliges sonstiges Ergebnis berücksichtigt. Darin sind vor allem Währungseffekte rund um die RBI-Töchter außerhalb der Eurozone enthalten. Große Firmenbeteiligungen fließen häufig über eine At-Equity-Bewertung in die Bilanz ein, bei der sich der Wert der Beteiligung nach dem anteiligen Eigenkapital des Unternehmens richtet.

Die RLB NÖ-Wien hält an der RBI einen Anteil von rund 25 Prozent. Diese Beteiligung lieferte 2025 einen Ergebnisbeitrag von 745,3 Millionen Euro, nach 226,2 Millionen Euro im Jahr davor.

Operatives Ergebnis rückläufig

Das operative Betriebsergebnis der RLB NÖ-Wien sank von 241,34 Millionen Euro auf 198,4 Millionen Euro. Der Zinsüberschuss verringerte sich von 352,9 Millionen Euro auf 318,9 Millionen Euro. Der Provisionsüberschuss legte hingegen um 8,5 Prozent auf 59,3 Millionen Euro zu.

Die Kundeneinlagen erhöhten sich um 3,9 Prozent auf 11,2 Milliarden Euro, während die Kundenkreditforderungen um 1,1 Prozent auf 16,1 Milliarden Euro zurückgingen. Die Quote notleidender Kredite stieg von 2,9 Prozent auf 3,3 Prozent. Die harte Kernkapitalquote (CET1) verbesserte sich von 22,5 Prozent auf 24,8 Prozent.

Nach Angaben des Instituts wirkten sich ein herausforderndes Umfeld, steigende Risikovorsorgen, sinkende Zinsen und die erhöhte Bankensteuer belastend auf das operative Bankgeschäft aus.

Raiffeisen-Holding mit höherem Konzerngesamtergebnis

Auch die Raiffeisen-Holding verzeichnete eine deutliche Ergebnissteigerung. Das Konzerngesamtergebnis stieg von 342,7 Millionen Euro auf 783,8 Millionen Euro und wurde damit mehr als verdoppelt. Das Ergebnis nach Steuern erhöhte sich von 434,76 Millionen Euro auf 462,3 Millionen Euro.

Neben der RBI wirkten sich bei der Raiffeisen-Holding auch die Beteiligungen an der Strabag und am NÖM-Konzern positiv aus. Der anteilige Ergebnisbeitrag der Strabag lag bei 148,3 Millionen Euro, jener des NÖM-Konzerns bei 29,2 Millionen Euro. Die Raiffeisen-Holding hält derzeit 15,7 Prozent an der Strabag, indirekt 63,05 Prozent an NÖM, 39,4 Prozent an Agrana sowie 10,3 Prozent am Agrana-Großaktionär Südzucker.

Agrana belastete das Ergebnis der Raiffeisen-Holding 2025 mit 72,5 Millionen Euro. Die Leipnik-Lundenburger Invest Beteiligungs AG (LLI) wirkte sich mit minus 36,3 Millionen Euro auf das Ergebnis aus. Die LLI ist mit ihren Unternehmensgruppen unter anderem in den Bereichen Mehl & Mühle sowie Vending (Automatencatering) tätig, die Raiffeisen-Holding ist mit 50,1 Prozent Hauptaktionär.

Höllerer kündigt Wechsel an die Spitze der RBI an

Generaldirektor Michael Höllerer äußerte sich mit Blick auf die Zahlen zufrieden. Er erklärte, der Konzern habe trotz eines herausfordernden Umfelds hohe Resilienz und wirtschaftliche Stärke gezeigt. Zudem seien die Kapitalquoten gesteigert worden. Dies stärke nach seinen Angaben die Widerstandskraft in einer volatilen Welt und verschaffe zusätzlichen Spielraum für zukünftiges Wachstum.

Höllerer, 47, wechselt mit Anfang Juli als neuer Vorstandsvorsitzender in die RBI und tritt dort die Nachfolge von Johann Strobl an. An der Spitze der RLB NÖ-Wien folgt er Martin Hauer nach. Der Wechsel war Mitte Dezember bekannt geworden.