Gescheiterte Einigung: Wiener Regierung ringt weiter um Hochhausverbot in Welterbezone
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Keine Einigung auf neue Hochhausverbotszone in Wiens Welterbegebiet

In Wien ist eine neue Hochhausverbotszone für die Welterbezone des historischen Zentrums vorerst gescheitert. Die Stadtregierung aus SPÖ und Neos konnte sich nicht auf eine gemeinsame Regelung einigen.

Die Debatte steht im Zusammenhang mit dem umstrittenen Heumarkt-Projekt im 3. Bezirk, das in der Welterbe-Kernzone liegt. Bereits im Vorjahr war eine rasche Umsetzung eines Höhenlimits für die gesamte Welterbezone angekündigt worden.

Heumarkt-Projekt und UVP-Pflicht

Das unter Rot-Grün II beschlossene Hochhausprojekt am Areal des Wiener Eislaufvereins war den damals oppositionellen Neos lange ein Dorn im Auge. Im Jahr 2024 beschlossen SPÖ und Neos gemeinsam, das Heumarkt-Projekt von der Pflicht zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) zu befreien. Diese Beschlüsse der Stadtregierung wurden später vom Bundesverwaltungsgericht aufgehoben.

Das Turmprojekt von Michael Tojners Unternehmen Wertinvest ist damit rechtskräftig UVP‑pflichtig. Laut Infokasten will Wertinvest diese UVP‑Pflicht mittels außerordentlicher Revision beim Verwaltungsgerichtshof anfechten.

Im jüngsten Bericht an die UNESCO hat die Stadt Wien nach Angaben im Infokasten keine weiteren Kompromisse mehr gemacht und hofft auf die Umsetzung der 50‑Meter‑Turm‑Variante des Heumarkt-Projekts. Eine im Artikel gezeigte Visualisierung der Initiative Stadtbildschutz zeigt, dass das bestehende Hotel Intercontinental abgerissen und höher neu gebaut werden soll; der Wohnturm des Projekts soll demnach 56,50 Meter hoch werden.

Nicht umgesetztes Hochhausverbot in der Welterbezone

Im Jänner 2025 wurde der UNESCO in Paris gemeldet, dass Wien in der gesamten Welterbezone des historischen Zentrums ein Hochhausverbot beschließen werde. Der Stadt Wien wurde gegenüber mitgeteilt, dass der Gemeinderat dieses Verbot noch im April 2025 beschließen werde. Ein entsprechender Beschluss kam jedoch nicht zustande. Als ein Grund dafür wird im Artikel die Wahl am 27. April 2025 genannt.

Ein früheres Hochhausverbot für die Welterbezone des historischen Zentrums war bereits von 2006 bis 2014 in Kraft. Im Zuge des neuen Stadtentwicklungsplans wurde bei einem Medientermin erneut zugesagt, dass ein neues Hochhausverbot kommen werde, allerdings zu einem späteren Zeitpunkt. Das geplante Hochhausverbot wurde im Kontext der Bemühungen genannt, Wien von der roten Liste der gefährdeten Welterbestätten der UNESCO zu bekommen.

Unterschiedliche Positionen in der Koalition

Hohe Vertreter der Neos geben laut Artikel zu, dass es in der Koalition keine Einigung zum Hochhausverbot gibt. Nach deren Darstellung wollte der Koalitionspartner SPÖ die Hochhausverbotszone ohne den Bereich Heumarkt definieren. Neos-Vertreter bezeichneten eine solche Zone ohne Heumarkt als „unbrauchbar“.

Der Heumarkt im 3. Bezirk liegt in der Welterbe-Kernzone. Der 1. Bezirk hat bereits ein Turm-Verbot. Nach Darstellung im Artikel wäre bei einem gültigen Hochhausverbot auch eine neu eingereichte Kompromissvariante des Heumarkt-Projekts betroffen. In diesem Fall müsste der Wohnkomplex des Projekts von derzeit geplanten 50 Metern auf 35 Meter Höhe reduziert werden.

Hinweise auf Evaluierung des Hochhauskonzepts

Planungsdirektor Thomas Madreiter verweist auf das Regierungsprogramm, in dem vorgesehen ist, das bestehende Hochhauskonzept zu evaluieren. Außerdem soll dieses Konzept bei einer Fachenquete diskutiert werden.

Die Neos-Klubchefin Selma Arapovic begrüßt als Architektin die Evaluierung und Diskussion des Hochhauskonzepts. Sie wird mit der Aussage zitiert, dass keine Hochhäuser in der Welterbezone Konsistenz und Planungssicherheit schaffen würden. Das Fehlen von Hochhäusern in dieser Zone bezeichnet sie als wichtige Voraussetzung, das Wiener Weltkulturerbe nicht zu bedrohen.

Beide Regierungsparteien in Wien bekennen sich laut Artikel ausdrücklich dazu, das Wiener Weltkulturerbe nicht zu bedrohen.