Kinder erleben Geschichte am Campus der Universität Wien
In den Osterferien hat das Kinderbüro der Universität Wien ein europaweites Pilotprojekt zum Thema Geschichte und Erinnerungskultur gestartet. 30 Volksschulkinder setzen sich dabei mit Wiener Lebensgeschichten auseinander.
Die Kinder sind für das Projekt in zwei Gruppen eingeteilt und verbringen ihre Zeit unter anderem am Campus der Universität Wien und im Jüdischen Museum. Für das Angebot in den Osterferien gab es mehr Anmeldungen als Plätze.
Geschichte am geschichtsträchtigen Ort
Der Campus der Universität Wien spielt im Programm eine zentrale Rolle. Die Kinder erfahren dort, dass das Gelände früher ein großes Krankenhaus war und heute als Universitätscampus genutzt wird. Sie besuchen verschiedene Orte, darunter Tore der Erinnerung und ein Denkmal.
Im Rahmen des Projekts entwerfen die Kinder eigene Denkmäler. Der neunjährige Teilnehmer Ivan beschreibt, dass er eine Statue gemalt hat, auf der sich ein Mann und eine Frau die Hand geben.
Besuch im Jüdischen Museum und Arbeit mit Bildern
Zum Programm gehört auch ein Besuch im Jüdischen Museum. Dort suchen die Kinder unter anderem nach kleinen Tischen mit Mustern und sehen Schlüssel sowie Darstellungen, wie Wien früher ausgesehen hat.
Zusätzlich werden Bilder des alten Allgemeinen Krankenhauses (AKH) und von Christine Nöstlinger eingesetzt. Die Kinder werden dazu befragt, was zuerst war und was später passiert ist.
Erinnerungskultur als Schwerpunkt
Geschäftsführerin Karoline Iber vom Kinderbüro der Universität Wien erläutert, dass es in dem Pilotprojekt darum geht, was Geschichte mit den Menschen macht. Sie bezeichnet den Campus als geschichtsträchtigen Ort. Den Angaben zufolge entdecken die Kinder dabei die Geschichte und die Menschen hinter der Geschichte.
Auf Basis des Pilotprojekts wird derzeit ein Konzept für Schulklassen erarbeitet. Bei der Kinderuni im Sommer soll es zudem einen Schwerpunkt zum Thema Erinnerung geben.
„cu remember“ und MemoriaLinks
Das Projekt findet im Rahmen des Programms „cu remember“ statt. Dieses entwickelt innovative Bildungsansätze.
In Wien und Triest werden im Rahmen von „cu remember“ sogenannte MemoriaLinks geschaffen. Sie sollen Erinnerungsarbeit mit modernen Bildungsformaten verbinden und formale mit non-formaler Bildung zusammenführen.








