SPÖ-Spitzenkandidatin Kampus fordert Gesundheitszentrum in jedem Grazer Bezirk
Die Grazer SPÖ-Spitzenkandidatin Doris Kampus fordert die Einrichtung eines Gesundheitszentrums in jedem Grazer Bezirk. Die Forderung steht im Zusammenhang mit der bevorstehenden Graz-Wahl.
Kampus verwies am Donnerstag auf lange Wartezeiten in Arztpraxen und sprach von einem drohenden „Gesundheitsnotstand“. Die aktuelle Situation in der Gesundheitsversorgung bezeichnete sie als nicht mehr akzeptabel.
Kritik an Wartezeiten und Kassenstruktur
Nach Angaben von Kampus werden die Wartezeiten für Arzttermine immer länger. Sie erklärte, dass 44 Prozent der niedergelassenen Ärzte in den kommenden zehn Jahren in Pension gehen werden. Nur mehr 19 Prozent der Hausärzte seien Kassenärzte, bei 81 Prozent müssten Patientinnen und Patienten zusätzlich zahlen.
Unter den Fachärzten hätten nur noch 15 Prozent einen Vertrag mit der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK, so Kampus). Bei mehr als 80 Prozent der Fachärztinnen und -ärzte reiche die E-Card demnach nicht mehr aus. Über Termin und Therapie entscheide zunehmend die Geldbörse und nicht die E-Card. Zur aktuellen Situation sagte Kampus: Man könne wählen, ob man ewig wartet oder zahlt.
Zahlen zu Kassenordinationen in Graz
Kampus führte an, dass für die rund 308.000 Grazerinnen und Grazer sieben Kassen-Praxen für Urologie sowie sieben Kassen-Praxen für Orthopädie zur Verfügung stehen. Zudem gebe es sieben HNO-Ordinationen mit Kassenvertrag, von denen sechs kurz vor der Pension stünden.
Weiters nannte sie zehn dermatologische Kassenordinationen in Graz. Im Bereich der psychischen Gesundheit stünden laut Kampus drei Kassenpsychiater zur Verfügung, was einem Arzt für 100.000 Menschen entspreche.
Ihren Termin absolvierte Kampus in einer ehemaligen Zahnarztpraxis, für die bisher keine Nachfolge gefunden werden konnte.
Forderung nach Primärversorgungseinheiten und „Welcome-Center“
Kampus fordert Primärversorgungseinheiten als Gesundheitszentren, in denen verschiedene Gesundheits- und Sozialberufe zusammenarbeiten und unterschiedliche Versorgungsleistungen anbieten. Die Zuständigkeit für solche Gesundheitszentren liege nach ihren Angaben vor allem bei Bund und Land. Auch die Stadt Graz könne beitragen, indem sie Infrastruktur zur Verfügung stelle.
Zusätzlich sprach sie sich für die Einrichtung eines „Welcome-Centers“ für Ärztinnen und Ärzte aus. In diesem geplanten Zentrum sollen Medizinerinnen und Mediziner Unterstützung bei der Ansiedlung in Graz erhalten. Vorgesehen sind Hilfe bei der Wohnungssuche, bei der Kinderbetreuung sowie bei bürokratischen Abläufen.
Pläne im Regionalen Strukturplan Steiermark
Im Regionalen Strukturplan Steiermark, der im Dezember 2025 beschlossen wurde, ist vorgesehen, dass bis 2030 mindestens 40 Gesundheitszentren zur Verfügung stehen sollen. Zudem sollen bis 2030 zwei neue multiprofessionelle Facharztzentren und ein Schmerzzentrum geschaffen werden.
Der Strukturplan sieht weiters vor, dass bis 2030 rund 500 allgemeinmedizinische Ordinationen sowie rund 780 fachärztliche Ordinationen für die medizinische Versorgung in der Steiermark zur Verfügung stehen sollen.
Laut Gesundheitsfonds gibt es aktuell 26 Gesundheitszentren in der Steiermark, sieben davon befinden sich in Graz.
Hinweis zur Faktenprüfung
Diese Informationen wurden mit KI-Unterstützung auf Basis der vorliegenden Daten gegengeprüft und sprachlich aufbereitet. Die Angaben beziehen sich auf den zum Erstellungszeitpunkt verfügbaren Informationsstand.








