Grundwasserstände in Österreich: Greenpeace sieht vielerorts niedrige Pegel
In Österreich zeigen derzeit zahlreiche Messstellen für Grundwasser niedrige Wasserstände. Greenpeace warnt vor den Folgen der anhaltenden Trockenheit und fordert politische Maßnahmen.
Mit Stand Ende April wertete die Umweltorganisation 227 Messstellen für Grundwasser in ganz Österreich aus. Rund 70 Prozent dieser Messstellen wiesen ein niedriges oder sehr niedriges Grundwasserniveau auf. Bei mehr als jeder zehnten Messstelle lag der Grundwasserstand so niedrig wie Ende April noch nie.
Für Vorarlberg wird eine ähnliche Tendenz beschrieben. Die Grundwasserstände gelten dort derzeit als unterdurchschnittlich. Greenpeace bezieht sich dabei auf 24 Grundwassermessstellen, die vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK) gelistet sind. Zwei dieser Messstellen melden aktuell einen sehr niedrigen Wasserstand, 15 weitere einen niedrigen Stand. Damit weisen nach diesen Angaben rund 71 Prozent der betrachteten Vorarlberger Messstellen ein unterdurchschnittliches Grundwasserniveau auf. Sieben Messstellen zeigen einen mittleren Wasserstand, keine einen hohen.
Besonders hervorgehoben werden die Messstellen Stallehr und Lorüns. Beide verzeichnen laut Greenpeace den niedrigsten Wert für Ende April seit Beginn der Messungen. Die Lage in Vorarlberg wird insgesamt so eingeordnet, dass sie die Situation in ganz Österreich widerspiegelt, zugleich aber weniger dramatisch sei als in Oberösterreich, Salzburg und Kärnten.
Das zu niedrige Grundwasser wird als direkte Folge eines sehr trockenen letzten halben Jahres bezeichnet. Nach Angaben aus dem Bericht hat es in fünf der letzten sechs Monate im Vergleich zu wenig geregnet oder geschneit, in Teilgebieten sei nur etwa ein Drittel der üblichen Niederschlagsmenge gefallen. Ein regnerischer Februar konnte dieses Defizit nach Einschätzung von Greenpeace nicht ausgleichen. Die dargestellten Zusammenhänge zwischen Trockenheit und Grundwasserstand werden demnach von der Meteorologie bestätigt.
Greenpeace warnt im Zusammenhang mit den niedrigen Grundwasserständen und kritisiert eine geplante Aushöhlung des EU-Wasserschutzrechts. Von der Bundesregierung fordert die Organisation die Umsetzung eines im Regierungsprogramm angekündigten Wasserentnahme-Registers für Industrie und Landwirtschaft.
Monitoring des Grundwassers in Vorarlberg
In Vorarlberg beobachtet der Hydrographische Dienst den Grundwasserstand an 346 Messstellen. Über 90 Prozent dieser Messstellen sind mit Datensammlern ausgestattet. Diese Geräte speichern den mit Sonden gemessenen Wert für den Grundwasserstand beziehungsweise den Grundwasserabstich sowie die Grundwassertemperatur zumindest stündlich.
Bei 100 Grundwassermessstellen in Vorarlberg ist zusätzlich eine Datenfernübertragung eingerichtet. Die Daten dieser Messstellen werden mindestens einmal täglich übermittelt. Die aktuellen Messwerte werden auf der Homepage des Landes Vorarlberg unter der Adresse vowis.vorarlberg.at/grundwasser aktualisiert.








