Wegerecht durch Gutshof Glanegg erneut Thema in Grödig
Der seit Jahren gesperrte Durchgang durch den Gutshof Glanegg in Grödig sorgt weiterhin für politische Diskussionen. Im Salzburger Landtag beschäftigt die Situation vor allem die Kommunisten.
Im Mittelpunkt steht ein öffentliches Wegerecht durch den Hof, über dessen Fortbestand seit Jahren diskutiert wird. Aktivistinnen und Aktivisten sowie die Grünen fordern dieses Wegerecht immer wieder ein.
Streit um Wegerecht und Vertragslage
Grundbesitzer des Gutshofs Glanegg ist Max Mayr-Melnhof. Er verweist auf einen Vertrag aus den 1960er-Jahren, dem zufolge es auf der Privatstraße beim Gutshof kein allgemeines Wegerecht gibt. Bürgermeister Herbert Schober von der Liste VP und Parteifreie erklärte, seit diesem Vertrag sei die Öffnung des Gutshofs ein Entgegenkommen der Familie Mayr-Melnhof.
Die Gutshofdurchfahrt in Glanegg ist baustellenbedingt seit dem Sommer 2023 gesperrt. Laut Angaben wird derzeit an der Landesstraße neben dem Gutshof ein neuer Radweg gebaut, dessen Kosten mit 1,6 Millionen Euro angegeben werden.
Anfragen und Kritik der Kommunisten
Natalie Hangöbl, Landtagsklubobfrau von KPÖ-Plus, warnte öffentlich vor einem möglichen Verfall des Wegerechts durch den Gutshof Glanegg. Sie erklärte, das Wegerecht könne verfallen, wenn es drei Jahre lang nicht genutzt wird, und befürchtete, dass es für immer verloren sein könnte, wenn nicht bald gehandelt wird.
Hangöbl stellte unter anderem die Frage, warum die Durchfahrt durch den Gutshof noch immer gesperrt ist und warum die Baustelle an der Gutshofdurchfahrt noch nicht abgeschlossen ist. Zudem betonte sie, dass auch Private ein Wegerecht einfordern können. Eine Bestimmung im Landesstraßengesetz ermögliche dies ihrer Darstellung nach.
Nach Angaben von Hangöbl könnten sich Gemeindebürgerinnen und Gemeindebürger in Fürstenbrunn an die Straßenrechtsbehörde oder den Bürgermeister wenden, um das Wegerecht einzufordern. Das Einfordern des Wegerechts erfolge demnach vor Ort bei der Gemeinde.
Radwegbau sorgt für zusätzliche Diskussion
Die Kommunisten richteten eine Anfrage an die Gemeinde Grödig, um zu erfahren, was die Gemeinde unternommen hat, um die Durchfahrt durch den Gutshof Glanegg zu erhalten. Parallel dazu sorgt der Radwegbau an der Landesstraße für weitere Kritik.
Hangöbl kritisierte den neuen Radweg neben dem Gutshof. Sie sagte, es könne nicht sein, dass Land und Gemeinde einen Radweg finanzieren, den es eigentlich schon gibt, und verwies darauf, dass man sich bei dem vorhandenen Weg nur auf bereits bestehende Rechte berufen müsse.








