Haus Haidehof: Neuartiges Pflegeheim-Projekt in Wien-Simmering setzt Maßstäbe fürs Wohnen im Alter
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Neubau „Haus Haidehof“ in Wien-Simmering geplant

In der Rzehakgasse in Wien-Simmering entsteht mit dem „Haus Haidehof“ eine neue Pflegeeinrichtung. Die „Häuser zum Leben“ und die Sozialbau AG haben das Siegerprojekt für den Neubau präsentiert.

Das bisherige Gebäude wurde abgerissen, da es nach Angaben der „Häuser zum Leben“ baulich, hinsichtlich der Grundrisse sowie energie- und infrastrukturell nicht mehr dem aktuellen Stand entsprach.

Neues Konzept für Pflege, Wohnen und Nachbarschaft

Der Neubau „Haus Haidehof“ ist als eigenständiges Projekt geplant. Christian Hennefeind, Geschäftsführer der „Häuser zum Leben“, erklärt, mit dem Projekt würden neue Wege im Sinne der Häuserstrategie 2030+ gegangen, indem Pflege, Wohnen und Nachbarschaft zusammengedacht werden.

Im neuen Haus sollen über 280 Pflege- und Betreuungsplätze entstehen. Vorgesehen sind zudem öffentliche Grünflächen, ein Café und ein Primärversorgungszentrum. Geplant sind ein offen gestaltetes Erdgeschoss, ein grüner Vorplatz und eine Gartenterrasse.

Darüber hinaus sind Freizeitangebote und ein generationenübergreifender Club geplant. Laut „Häuser zum Leben“ sollen in diesem Club Aktivitäten für alle Interessierten angeboten werden.

Stadtteilentwicklung und Ziele der Stadt Wien

Bezirksvorsteher Thomas Steinhart (SPÖ) betont, dass durch Freiflächen, offen angelegte Plätze und Begegnungsräume lebendige Grätzlzentren entstehen sollen, die das Miteinander im Stadtteil fördern und den sozialen Zusammenhalt stärken. Ziel sei eine hohe Lebensqualität für alle Generationen.

Sozialstadtrat Peter Hacker (SPÖ) beschreibt das frühere „Haus Haidehof“ als baulichen „Riegel“ mit Zaun, den man nicht betreten oder verlassen konnte und der nichts für die Nachbarschaft angeboten habe. Er erklärt, die Betreuung in der Stadt müsse neu gedacht werden. Man brauche grundsätzlich mehr Betreuungsleistung, diese müsse aber neu definiert werden. Menschen wollten nicht in einer „Schuhschachtel“ leben, so Hacker, der im Zusammenhang mit dem Projekt von einer notwendigen „Transformation“ spricht. Der Begriff „Häuser zum Leben“ werde nun mit Inhalt befüllt.

Finanzierung, Zeitplan und weitere Projekte

Der Baustart für den Neubau ist für das Jahr 2027 angesetzt. Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf 100 Millionen Euro. Ein Viertel dieser Summe trägt die Stadt Wien. Bereits im Jahr 2030 sollen erste Bewohnerinnen und Bewohner in das neue „Haus Haidehof“ einziehen können.

Das Projekt ist das erste seiner Art, das im Rahmen der Häuserstrategie 2030+ vom Fonds Soziales Wien (FSW) und der Stadt Wien umgesetzt wird. Das Bauvorhaben wird nicht von den „Häuser zum Leben“ selbst, sondern von der Sozialbau AG errichtet.

Als weiteres Objekt im Zusammenhang mit der Transformation von Pflegeeinrichtungen ist das „Haus Maria Jacobi“ in der Landstraße ausgewählt worden. Peter Hacker erklärt, dass die Bewohnerinnen und Bewohner des „Haus Maria Jacobi“ vorübergehend im neuen „Haus Haidehof“ einquartiert werden sollen, damit Bauarbeiten im dritten Bezirk durchgeführt werden können. Zu diesem Zeitpunkt sei bereits das nächste Objekt in Planung, das transformiert werden soll.

Wachsende Stadt, steigender Pflegebedarf

Bis 2040 sollen laut Statistik Austria 2,2 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner in Wien leben. Für denselben Zeitraum wird erwartet, dass jede fünfte Person in der Stadt 65 Jahre oder älter ist. Mit wachsender Stadt und steigender Lebenserwartung wächst nach diesen Angaben der Bedarf nach Pflege und Betreuung.