Hütten-Neubau im Alpenreservat: Helikopterflüge alarmieren Wildschützer
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Neubau der Eisenerzer Reichensteinhütte sorgt für Diskussion über Wildtiere

Der Alpenverein plant den vollständigen Neubau der Eisenerzer Reichensteinhütte auf knapp 2.200 Metern Seehöhe. Die bestehende Hütte soll abgerissen und an derselben Stelle durch einen Ersatzbau ersetzt werden.

Planungsarbeiten für das Projekt haben bereits im Herbst vor dem Veröffentlichungsdatum begonnen, Abriss- und Neubauarbeiten sollen demnächst starten. Die Wiedereröffnung der Hütte ist bis 2027 vorgesehen.

Bedenken von Umweltanwaltschaft und Jägerschaft

Die steirische Umweltanwaltschaft und die steirischen Jäger haben im Zusammenhang mit den geplanten Bauarbeiten Bedenken geäußert. In dem Gebiet werden unter anderem Steinadler und Murmeltier genannt, Umweltanwalt Maximilian Lughofer verweist zudem auf Gams und Steinbock. Die Umweltanwaltschaft zeigt sich besorgt um die Steinadler, und es wird darauf hingewiesen, dass die Gams am Reichenstein ihren Lebensraum hat.

Das bestehende Europaschutzgebiet am Reichenstein umfasst nach den vorliegenden Angaben die Flora, nicht aber die Fauna. Bei der Einreichung des Projekts musste der Aspekt Fauna aufgrund dieser Ausgestaltung des Schutzgebiets nicht zwingend berücksichtigt werden.

Helikopterflüge im Fokus der Kritik

Laut Recherchen der steirischen Umweltanwaltschaft sind für den Neubau rund 700 Helikopterflüge vorgesehen. Diese Flüge sollen im Zeitraum von Mitte Juni bis Ende Oktober stattfinden und über Lebensräume der genannten Tierarten führen. Die Jägerschaft schildert, Hubschrauber wirkten auf Wildtiere wie eine unmittelbare Verfolgung durch ein Raubtier.

Umweltanwaltschaft und Jägerschaft fordern vom Alpenverein alternative Transportmethoden. Genannt werden eine Materialseilbahn oder eine Verteilung der Flüge auf mehrere Saisonen.

Gutachten empfiehlt Einschränkungen

Ein von der Landesjägerschaft beauftragter Wildbiologe empfiehlt in einem Gutachten klare zeitliche Einschränkungen der Flüge. Sensible Jahreszeiten wie Brut- und Setzzeit sollen demnach für Flüge vermieden werden. Zudem werden fixe und möglichst kurze Flugrouten sowie ausreichende Flughöhen empfohlen, um Störungen zu reduzieren.

Das Gutachten rät außerdem zu einer transparenten Dokumentation der Flüge und ihrer Auswirkungen sowie zu einer laufenden Kontrolle der Auswirkungen auf Wildtiere und Lebensräume.

Alpenverein verweist auf bauliche Zwänge

Der Alpenverein sieht die geplanten Helikopterflüge als einzige Möglichkeit für die Umsetzung des Bauprojekts an der Reichensteinhütte. Das Projekt für den Ersatzbau ist rechtlich genehmigt.

Claudia Schagerl, Vorsitzende der Alpenvereinssektion Leoben, äußert Verständnis für die Bedenken aus der Jagd. Sie stellt die Frage, ob eine kurze, konzentrierte Bauphase oder eine Verteilung der Arbeiten über mehrere Jahre die bessere Lösung sei. Zugleich verweist sie darauf, dass eine Baustelle auf über 2.000 Metern Höhe nicht einfach bei Windgeschwindigkeiten von bis zu 180 Kilometern pro Stunde stehen gelassen werden könne.