Innovative Lebensrettung: Drohneneinsatz und Soziale Medien schützen Rehkitze vor Mähwerken in Oberösterreich
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Drohneneinsatz soll Rehkitze vor Mähwerken schützen

In Oberösterreich setzen Jäger verstärkt Drohnen mit hochauflösenden Wärmebildkameras ein, um Rehkitze vor Mähwerken zu schützen. Nach Angaben der Jägerschaft werden damit pro Jahr hunderte Rehe gerettet, bevor die Felder abgemäht werden.

Zwischen Mai und Juni sind einige hundert aktive Jäger in den Morgenstunden mit Drohnen auf den Feldern unterwegs. Die Tiere werden dabei im hohen Gras gesucht, bevor die Grundeigentümer mit dem Mähen beginnen.

Einsatz von Wärmebildkameras auf den Feldern

Rehkitze sind im hohen Gras mit bloßem Auge kaum zu erkennen. Sie ducken sich am Boden, ihr Fluchtinstinkt ist noch nicht ausgebildet. Die hellen Flecken auf ihrem Fell dienen als Tarnung vor natürlichen Fressfeinden. Das Mähwerk der Grundeigentümer gilt für die Jungtiere jedoch als große Gefahr.

Nach Angaben von Jägerinnen und Jägern in Oberösterreich kommen derzeit noch zwischen 3.000 und 5.000 Rehkitze pro Jahr durch Mähwerke zu Schaden. Im Frühjahr werden daher immer häufiger Drohnen mit Wärmebildkameras eingesetzt, um die Tiere vor dem Mähen aufzuspüren.

Jagdalltag mit Drohne in Nebelberg

Der 70-jährige Jäger Heinrich Hauer aus Nebelberg im Bezirk Rohrbach nutzt seit mehr als sieben Jahren im Mai Drohnenflüge als Teil seines Jägeralltags. Er geht mit zwei Helfern, einigen Kisten, Einweg-Gummihandschuhen und einer Drohne mit Wärmebildkamera auf die Felder.

Gefundene Rehkitze werden in eine kleine Kiste gelegt und nach dem Mähen wieder auf die Wiese gesetzt. Hauer bringt den Tieren eine kleine Ohrmarke an, mit deren Hilfe später festgestellt werden kann, wohin die Rehe ziehen.

Abstimmung mit Grundeigentümern über soziale Medien

Für die Planung der Einsätze nutzen Jägerinnen und Jäger soziale Medien, insbesondere Facebook-Gruppen. Grundbesitzer posten dort, wann sie ihre Wiesen mähen. Heinrich Hauer gibt an, dass er sich diese Mahd-Termine notiert und dann hilft, die Kitze rechtzeitig zu bergen.

Laut Hauer melden sich in seiner Region im Durchschnitt zwei von zehn Grundstückseigentümern nicht vor dem Mähen. Ihm zufolge beteiligen sich landesweit zunehmend mehr Jäger am Drohneneinsatz zur Suche nach Rehkitzen.

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