Jahrhundertwechsel im Schrunser Münster: Bronzeglocken ersetzen 100-jährige Stahlglocken
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Neue Bronzeglocken für das Schrunser Münster eingehoben

Im Schrunser Münster sind nach mehr als 100 Jahren neue Glocken in den Kirchturm eingezogen. Am Mittwoch wurden Bronzeglocken in den Turm gehoben, nachdem die bisherigen Stahlglocken entfernt worden waren.

Viele interessierte Personen verfolgten den Glockenaufzug, darunter auch Schülerinnen und Schüler der Mittelschule Schruns, die dafür keine Deutschstunde besuchen mussten.

Aufwendige Montage im Glockenturm

Seit Ostermontag ist es im Schrunser Münster still, weil die über 100 Jahre alten Stahlglocken im Kirchturm zerlegt und entfernt wurden. An ihre Stelle treten nun kleinere Bronzeglocken, die mit einem Flaschenzug in die richtige Höhe gehängt wurden.

Für den Einbau mussten die Fenster des Glockenturms erweitert werden. Holzbauer Mario Flöry erklärte gegenüber ORF Vorarlberg, dass die Montage der Bronzeglocken im Glockenturm eine Herausforderung darstellt. Unterstützt wurde das Projekt von Glockenspezialist Richard Meislinger, der dafür aus Salzburg angereist ist.

Guss in Deutschland und Feinschliff in Schruns

Die neuen Bronzeglocken wurden im November 2025 in Deutschland gegossen. Rund 50 Personen aus dem Montafon waren beim Glockenguss anwesend.

Beim Feinschliff werden die Glocken eingestimmt und die Klöppel eingehängt. Pfarrer Hans Tinkhauser zufolge kommt der Glockengießer dafür persönlich nach Schruns. Ab Muttertag, dem 10. Mai, sollen die Bronzeglocken im Schrunser Münster zu hören sein.

Glockengeschichte des Münsters

Die bisherigen Stahlglocken waren 1921 in den Kirchturm gehängt worden, nachdem die bronzenen Vorgängerglocken während des Ersten Weltkriegs von der Rüstungsindustrie beschlagnahmt worden waren. Die Lebensdauer einer Stahlglocke wird mit etwa 100 Jahren angegeben.

Pfarrer Hans Tinkhauser sagte zu den alten Stahlglocken, der Klang der Glocken sei fast unerträglich, wenn man auf dem Kirchplatz steht.