Justizanstalt Gerasdorf wird zu forensisch-therapeutischem Zentrum umgebaut
Die Justizanstalt Gerasdorf im Bezirk Neunkirchen wird zu einem forensisch-therapeutischen Zentrum umstrukturiert. In der Einrichtung sollen künftig psychisch schwer kranke Straftäter untergebracht werden.
Die Umstrukturierung erfolgt in mehreren Projektphasen und soll schrittweise umgesetzt werden. Der Veränderungsprozess wird mindestens 18 Monate in Anspruch nehmen.
Sechstes forensisch-therapeutisches Zentrum in Österreich geplant
Der Umbau der Justizanstalt Gerasdorf zu einem forensisch-therapeutischen Zentrum würde ein sechstes derartiges Zentrum in Österreich schaffen. Derzeit bestehen fünf forensisch-therapeutische Zentren, zusätzlich gibt es 29 Vollzugsanstalten.
Ziel ist es laut Justizministerium, die Anstalt mittelfristig in ein forensisch-therapeutisches Zentrum für strafrechtlich untergebrachte Personen nach § 21 Abs. 2 StGB umzuwandeln. In dem geplanten Zentrum sollen zurechnungsfähige Menschen mit schwerwiegenden und nachhaltigen psychischen Störungen untergebracht werden.
Neue Abteilungen im Maßnahmenvollzug
Bis Ende 2026 sollen in Gerasdorf zwei bis drei spezifische Abteilungen für zurechnungsfähige Straftäter mit schwerer psychischer Erkrankung im Maßnahmenvollzug errichtet werden. In der Zeit, in der die Justizanstalt Gerasdorf für den Jugendvollzug zuständig war, wurden dort bereits Erfahrungen mit untergebrachten Personen im Maßnahmenvollzug gesammelt.
Belag, Kosten und Personal
Die Belagssituation der Justizanstalt Gerasdorf soll sich durch die Umstrukturierung nicht ändern. Der Veränderungsprozess wird im österreichweiten Kontext als grundsätzlich kostenneutral bezeichnet, da sich für die betroffenen untergebrachten Personen lediglich der Vollzugsort ändert. Durch die Umstrukturierung sollen keine zusätzlichen Kosten entstehen.
Der Personalbedarf in der Justizanstalt Gerasdorf soll im Zuge der Umstrukturierung gemeinsam mit der Einrichtung ermittelt werden.








