Land Kärnten sucht Pflegefamilien und plant neue Qualitätsstandards
Das Land Kärnten sucht derzeit Pflegefamilien und setzt in der Kinder- und Jugendhilfe verstärkt auf Pflegefamilien statt auf Betreuungseinrichtungen. Aktuell werden in Kärnten 253 Kinder und Jugendliche in 211 Pflegefamilien betreut.
Neue Qualitätsstandards sollen eingeführt werden, um die Bedürfnisse der Pflegekinder stärker in den Fokus zu rücken. Pflegefamilien sollen zudem stärker unterstützt und gefördert werden.
Der Referent für Kinder- und Jugendhilfe in Kärnten, Peter Reichmann (SPÖ), hofft, durch Information zusätzliche Pflegeeltern zu gewinnen. Pflegefamilien in Kärnten sollen verstärkt durch Psychologen und Sozialarbeiter unterstützt werden. Zusätzlich finden quartalsweise Gespräche im Zusammenhang mit Pflegefamilien statt.
Für Pflegeeltern werden in Kärnten Weiterbildungsveranstaltungen angeboten. Außerdem gibt es zweimal im Jahr eine große Veranstaltung für Pflegeeltern.
Ein Beispiel für eine Pflegefamilie in Kärnten ist die Familie Brandstätter aus Baldramsdorf. Sandra und Gerald Brandstätter haben vor etwa zehn Jahren ein Pflegekind aufgenommen. Der Bub Luca kam im Alter von sieben Monaten als Pflegekind in die Familie und wurde von ihnen adoptiert. Der heute neun Jahre alte Walter kam im Alter von acht Monaten als Pflegekind dazu.
Die leibliche Tochter der Familie heißt Leilani und ist sieben Jahre alt. Insgesamt leben damit drei Kinder in der Familie Brandstätter. Nach Angaben von Sandra Brandstätter gelten in der Familie Adoptiv-, Pflege- und leibliche Kinder als Geschwister. Gerald Brandstätter betont, dass es für sie keinen Unterschied zwischen leiblichen und nicht leiblichen Kindern gibt. Für die Familie Brandstätter ist es wichtig, Kindern eine Chance zu geben; sie bezeichnet die Entscheidung für Pflegekinder als die beste Entscheidung ihres Lebens.
Offene Punkte
Unklar bleibt, ab welchem Stichtag die Zahl von 253 Kindern und Jugendlichen in 211 Pflegefamilien gilt. Ebenso sind die konkreten Inhalte der geplanten Qualitätsstandards sowie mögliche zusätzliche finanzielle oder organisatorische Unterstützungsformen für Pflegefamilien nicht näher ausgeführt. Auch ist nicht angegeben, ob alle beschriebenen Unterstützungsangebote bereits vollständig umgesetzt sind oder sich teilweise noch in Planung befinden.








