Kinder-Kurzfilmfestival Kikeriki in Tulln startet in neue Ausgabe
In Tulln findet derzeit das Kinder-Kurzfilmfestival Kikeriki statt. Das Format richtet sich an ein junges Publikum ab drei Jahren und wird heuer zum fünften Mal veranstaltet.
Mehr als 50 Kurzfilme aus Österreich und aus 20 weiteren Ländern stehen auf dem Programm. Die Vorstellungen finden in der Kunstwerkstatt Tulln statt und laufen über einen Zeitraum von vier Wochen bis zum 30. Mai, jeweils donnerstags und samstags.
Filme auf Augenhöhe der Kinder
Künstlerische Leiterin des Festivals ist Lisa Mai. Nach ihrer Beschreibung sollen die Filme die Lebenswelt der Kinder berühren und von der Welt auf Augenhöhe der jungen Zuschauerinnen und Zuschauer erzählen. Die ausgewählten Produktionen sollen gesellschaftlich relevante Themen aufgreifen und für Kinder bedeutsam sein.
Gezeigt werden Animationsfilme, kurze Dokumentarfilme und Spielfilme. Das Festival-Motto in diesem Jahr lautet: „Wir machen uns die Welt, wie sie uns gefällt!“. Zum Auftakt werden sechs Kurzfilme präsentiert, darunter der deutsche Kurzfilm „Pingu und Bär“ von Kai Oppermann, der laut Festival-Homepage 2 Minuten und 30 Sekunden dauert und ohne gesprochene Worte auskommt. Zu den Eröffnungsfilmen zählen außerdem „Der kleine Lüfter“ und „Das Aufräumrennen“.
Festivalerlebnis und Workshops
Für die jungen Besucherinnen und Besucher stehen beim Festival Kuscheldecken bereit. Zudem wird eine gesunde Jause angeboten, zu der alle Gäste ab 30 Minuten vor Filmbeginn eingeladen sind.
Durch die Filmprogramme und die Workshops führen Lisa Mai und der Musiker Christoph Schwarz. Die Workshops finden jeweils direkt im Anschluss an die Filmvorführungen statt.
Barrierefreiheit und Inklusion im Fokus
Das Festival Kikeriki setzt auf Sprachenvielfalt, Barrierefreiheit und eine familienfreundliche Infrastruktur. Berücksichtigt werden dabei Gebärdensprachen sowie Aspekte von Neurodiversität, darunter ADHS, Autismus-Spektrum, Hochsensibilität und Angststörungen. Eine induktive Höranlage unterstützt Besucherinnen und Besucher mit Hörgeräten oder Hörimplantaten.
Kinder und Erwachsene, die mehr Zeit und Ruhe benötigen, können seit dem vergangenen Jahr die beteiligten Personen und Räume im Vorfeld kennenlernen. Dabei werden Bedürfnisse und mögliche Rückzugsmöglichkeiten besprochen; eine Anmeldung ist vorab erforderlich. Am Samstag, 23. Mai, ist ein bilingualer Nachmittag auf Deutsch und in Österreichischer Gebärdensprache (ÖGS) geplant.
Konzept und Trägerschaft
Nach Angaben von Lisa Mai besteht eine zentrale Aufgabe von Kikeriki darin, jungen Kindern einen sorgfältig gestalteten und einfühlsam begleiteten Einstieg in die Welt der audiovisuellen Medien zu ermöglichen. Sie unterstützt dabei die Strategie „Bildschirmfrei von Null bis Drei“. Das Programm soll Alternativen außerhalb des Mainstreams bieten und die Lust aufs gemeinsame Filme-Entdecken wecken.
Träger des Festivals ist der Verein dotdotdot. Das Format Kikeriki gibt es seit 2022 in Tulln, seit Herbst 2025 finden Veranstaltungen auch in Wien statt. Bisher wurden nach eigenen Angaben mehr als 5.000 Besucherinnen und Besucher gezählt.
Lisa Mai betont, dass für das Festival mehr finanzielle Sicherheit wünschenswert wäre. Sie hält es für wichtig, mit Kikeriki über das Jahr hinweg an verschiedenen Orten für Familien und Kindergärten präsent zu sein.








