Klimakrise unübersehbar: Wird Wien zur Gluthaube?
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Frühe Hitzewelle in Wien rückt Folgen der Klimaerwärmung in den Fokus

Ende Mai werden in Wien derzeit Temperaturen gemessen, die als deutlich zu warm für diese Jahreszeit beschrieben werden. Meteorologisch wird die aktuelle Wetterlage in der Stadt als eine der frühesten Hitzewellen der Messgeschichte eingeordnet.

Fachleute verweisen in diesem Zusammenhang auf eine angespannte Situation für vulnerable Gruppen, die länger in überhitzten Wohnungen bleiben müssen. Gleichzeitig wird das Ereignis dem Themenbereich Klimaerwärmung zugeordnet.

Frühe Hitze und trockener Frühling

Die Stadt Wien heizt sich nach den vorliegenden Einschätzungen über den Sommer auf. Beginnt diese Aufheizung bereits im Mai, verlängert sich die Periode, in der Menschen in überhitzten Wohnungen sitzen. Herbert Formayer vom Institut für Meteorologie und Klimatologie der Universität für Bodenkultur (BOKU) bezeichnet diese Situation als massive Belastung, insbesondere für ältere und kranke Personen.

An einzelnen Stationen in Österreich sind neue Mai-Hitzerekorde gemessen worden. Im Vergleich zu den Vorjahren werden insgesamt jedoch keine ungewöhnlichen Temperaturanomalien berichtet. Als größeres Problem wird derzeit die Trockenheit genannt: Österreichweit war es der niederschlagsärmste Frühling aller Messzeiten, für Wien wird der siebenttrockenste Frühling angegeben.

Bewertung durch Klimaexperten

Nach Angaben von Gerhard Wotawa, Direktor für Klima und Umwelt an der Geosphere Austria, liegt die Durchschnittstemperatur in Österreich bereits drei Grad über der vorindustriellen Zeit. Österreich bewege sich derzeit eher in eine Erwärmungssituation hinein, eine Erwärmung in Richtung fünf Grad wird von ihm als wahrscheinliches Szenario bezeichnet.

Wotawa weist darauf hin, dass Österreich noch gar nicht im Sommer sei und der Sommer noch trockene Episoden und entsprechende Wasserdefizite bringen könnte. Die aktuelle Lage stuft er als sehr ungewöhnlich ein. Für Wien wird zugleich berichtet, dass derzeit keine Trinkwasserknappheit droht.

Folgen für Umwelt und Nutzung im Freien

Im Zusammenhang mit der anhaltenden Trockenheit wird ein Grillverbot erwähnt, das bei großer Trockenheit ausgesprochen werden muss. Begründet wird dies mit Flurbrand- und Waldbrandgefahr.

Ökosysteme ohne Bewässerung haben nach den vorliegenden Einschätzungen Probleme. Als Beispiel wird der Wienerwald genannt. Es sei ungewiss, wie lange Bäume und Grasflächen dort noch grün bleiben. Wenn sie braun werden, sinkt die Kühlleistung der Bäume, zudem verschärft Trockenheit Hitzeperioden.

Anpassung an Klimaerwärmung gefordert

Gerhard Wotawa appelliert, die Anpassung an die Folgen der Klimaerwärmung zu verstärken. Für Wien werden Hitze, Trockenheit und Starkregenereignisse als relevante Auswirkungen genannt. Diese Entwicklungen könnten nach seiner Einschätzung bewältigt werden, es sei jedoch notwendig, sich jetzt damit zu beschäftigen.

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