Fünfte Runde der Kollektivvertragsverhandlungen in Elektro- und Elektronikindustrie
Arbeitgeber und Gewerkschaften der Elektro- und Elektronikindustrie setzen am Donnerstagnachmittag ihre Kollektivvertragsverhandlungen in fünfter Runde fort. Die Gespräche folgen auf eine Verhandlungsphase, in der die Positionen der Sozialpartner bislang deutlich auseinanderlagen.
Die Gewerkschaften haben für den Fall eines Scheiterns der Gespräche Streiks in Aussicht gestellt. Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) hat dazu bereits am Mittwoch vorsorglich eine Streikfreigabe erteilt.
Forderungen der Arbeitnehmerseite
Die Gewerkschaft fordert unter anderem eine Erhöhung von Löhnen und Gehältern um 3,5 Prozent. Zusätzlich verlangt sie höhere Zulagen für sehr belastende Arbeitszeiten. Die Arbeitnehmervertreter begründen ihre Forderungen mit einem von ihnen gesehenen Aufwärtstrend der Branche.
Der PRO-GE-Vorsitzende Reinhold Binder verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass man mit Betrieben konfrontiert sei, die in den nächsten drei bis vier Jahren volle Auftragsbücher hätten. Die von den Gewerkschaften genannte Teuerungsrate beträgt 3,3 Prozent.
Angebot der Arbeitgeberseite
Die Arbeitgeber werden in den Verhandlungen durch den Wirtschaftskammer-Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie (FEEI) vertreten. Sie schlagen ein zweistufiges Modell mit einer sofortigen Erhöhung und einer möglichen Nachbesserung im Herbst vor. Nach Angaben der Arbeitgeber soll eine Nachbesserung im Herbst erfolgen, sofern die Konjunkturprognose dies zulässt.
Nach Darstellung der Gewerkschaften haben die Arbeitgeber eine Erhöhung von Löhnen und Gehältern um 1 Prozent angeboten. Die Gewerkschaften PRO-GE und GPA bezeichneten dieses Angebot als „respektlos“. Der FEEI wiederum bewertete die von den Gewerkschaften dargestellte Auftragslage der Betriebe nach dem letzten Verhandlungstermin als bis zu einem gewissen Grad Wunschvorstellungen.
Beschäftigung in der Branche
Die Elektro- und Elektronikindustrie zählt zu den größeren Industriezweigen in Österreich. Nach Angaben der Gewerkschaft sind derzeit rund 60.000 Menschen in der Branche beschäftigt. Laut FEEI-Webseite waren im Jahr 2024 etwa 72.500 Personen in der Elektro- und Elektronikindustrie tätig.








