Volksanwaltschaft übt Kritik an Rettungshubschrauber-Einsätzen des Roten Kreuzes Salzburg
Die österreichische Volksanwaltschaft kritisiert das Rote Kreuz Salzburg im Zusammenhang mit Rettungshubschrauber-Einsätzen. Im Mittelpunkt steht ein Fall nach einem Skiunfall im Skigebiet Dachstein-West im Tennengau.
Gegenstand der Kritik ist der Vorwurf, das Rote Kreuz Salzburg würde unnötige Rettungshubschrauber-Einsätze in Auftrag geben. Die Volksanwaltschaft verbindet dies mit dem Vorwurf eines Interesses an Auslastung und Umsatz.
Der konkrete Fall betrifft eine Niederösterreicherin, die Ende Jänner beim Skifahren im Gebiet Dachstein-West stürzte und sich dabei einen Schlüsselbeinbruch zuzog. Bei einer ärztlichen Untersuchung wurde festgestellt, dass sie mit einem Rettungswagen ins nächste Spital transportiert werden könnte. Laut Volksanwalt Bernhard Achitz bestellte ein Mitarbeiter des Roten Kreuzes dennoch einen Hubschrauber.
Nach Angaben der Volksanwaltschaft lehnte die verletzte Frau den Hubschrauber-Transport zunächst ab. Ihr sei mehrfach versichert worden, dass für den Flug keine Kosten anfallen würden. Erst daraufhin stieg sie in den Hubschrauber ein. Später erhielt die Niederösterreicherin vom Roten Kreuz Salzburg eine Rechnung in Höhe von rund 8.000 Euro.
In der Folge schalteten sich die Volksanwaltschaft, die Arbeiterkammer und die ORF-Bürgeranwalt-Redaktion in den Fall ein. Nach der Einschaltung dieser Stellen stornierte das Rote Kreuz die Kosten für den Hubschrauber-Transport.
Die Volksanwaltschaft kritisiert darüber hinaus, dass das Rote Kreuz auch in unnötigen Fällen den Hubschrauber schicke. Das Rote Kreuz weist die Vorwürfe zurück. Eine Sprecherin des Roten Kreuzes in Salzburg wies insbesondere den Vorwurf eines Interesses an Auslastung und Umsatz zurück.
Das Rote Kreuz gibt an, bei Hubschrauberflügen nur eine Vermittlungsfunktion zu haben. Die Flüge würden nach seinen Angaben von Subunternehmern wie dem ÖAMTC durchgeführt. Im konkreten Fall habe nach Darstellung des Roten Kreuzes die Leitstelle Salzkammergut den Hubschrauber bestellt und nicht Salzburg.
Unabhängig davon prüft der Landesrechnungshof derzeit die Geschäftspraktiken des Roten Kreuzes. Ein Ergebnis dieser Prüfung wird voraussichtlich im Sommer erwartet.








