Kriminalstatistik: Kärnten mit hoher Aufklärungsquote und mehr Anzeigen im Straßenverkehr
Das Innenministerium hat am Dienstag die aktuelle kriminalpolizeiliche Anzeigenstatistik vorgestellt. Für Kärnten wird dabei eine im Vergleich zu anderen Bundesländern deutlich höhere Aufklärungsquote ausgewiesen.
Gleichzeitig zeigen die Zahlen markante Anstiege bei Anzeigen gegen Autolenkerinnen und Autolenker wegen Fahrens unter Drogeneinfluss sowie bei alkoholisierten Lenkern. Deutlich zugenommen hat laut Angaben auch die Jugendkriminalität.
Deutlicher Anstieg bei Drogenlenkern
In Kärnten wurden im abgelaufenen Jahr 481 Anzeigen gegen Autolenkerinnen und Autolenker wegen Fahrens unter Drogeneinfluss registriert. Im Jahr 2024 waren es 319 Anzeigen. Damit stieg die Zahl der Anzeigen von 319 auf 481, was mit fast 51 Prozent beziffert wird.
Bei Schwerpunktkontrollen steht laut den Auswertungen fast jeder zweite bis dritte angehaltene Autolenker unter Drogeneinfluss. Hannes Micheler von der Landesverkehrsabteilung hob bei der Präsentation in der Landespolizeidirektion die Steigerung der Drogenlenker-Anzeigen hervor.
Micheler erklärte, dass bei Lenkern nicht selten drei oder vier verschiedene Substanzen gleichzeitig im Blut festgestellt werden. Diese Substanzen können nach seinen Angaben mittels Speicheltest oder Urintest festgestellt werden oder anschließend durch eine klinische Untersuchung.
Mehr Alkoholkontrollen, moderaterer Anstieg bei Alkolenkern
Laut Statistik wurde die Anzahl der Alkoholkontrollen im Vorjahr in Kärnten deutlich ausgeweitet. Es gab um 6.000 Alkoholkontrollen mehr als im Jahr 2024.
Die Zahl der erwischten alkoholisierten Lenker stieg in Kärnten von 3.100 auf 3.400. Dieser Anstieg wird mit 9,7 Prozent angegeben und fällt damit geringer aus als bei den Drogenlenkern. Insgesamt wird von einem geringeren Anstieg bei alkoholisierten Lenkern als bei Drogenlenkern berichtet.
Entwicklung bei Kinder- und Jugendkriminalität
Innenminister Gerhard Karner bezeichnet die Anzeigenstatistik bei Kinder- und Jugendkriminalität als besorgniserregend. Er ordnet die Entwicklung in diesem Bereich als österreichweit massiv gestiegen ein.
In Kärnten werden auch unter Zehnjährige statistisch erfasst. Bei Körperverletzungen durch unter Zehnjährige wird ein Plus von fast 43 Prozent angegeben. Landespolizeidirektorin Michaela Kohlweiß wies darauf hin, dass heute Delikte angezeigt werden, die vor 20 Jahren teilweise keine Anzeige nach sich gezogen hätten.
Als Beispiel nannte Kohlweiß Streitigkeiten zwischen zwei Achtjährigen, die früher oft untereinander geregelt wurden und heute zu einer Anzeige führen können. Insgesamt wird von einer deutlichen Zunahme von Fällen der Jugendkriminalität berichtet.
Einschätzungen der Landeskriminalbehörde und Internetkriminalität
Gottlieb Türk, Leiter des Landeskriminalamtes Kärnten, erklärte, dass es in Kärnten im Gegensatz zu anderen Landeshauptstädten keine Jugendbanden gebe. Er sagte zudem, dass es in Kärnten keine Problemschulen gebe.
Bei der Kriminalität im Internet wird eine leichte Abnahme der Anzeigen verzeichnet. Zugleich wird berichtet, dass Fälle von Drogen bei Autolenkern deutlich zugenommen haben.
Die Ergebnisse der Anzeigenstatistik für Kärnten werden unter dem Themenbereich Kriminalität eingeordnet. Die Aufklärungsquote wird dabei als deutlich höher als in anderen Bundesländern beschrieben.








