Kühle Veränderung: Wiener Wohnen erlaubt nun Klimaanlagen in Gemeindebauten unter neuen Bedingungen
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Wiener Wohnen lockert Regeln für Klimaanlagen in Gemeindebauten

Wiener Wohnen ändert den Umgang mit Klimaanlagen in Gemeindebauten und erlaubt diese künftig grundsätzlich, sofern bestimmte Vorgaben erfüllt werden. Bislang waren Genehmigungen nur in wenigen Ausnahmefällen vorgesehen.

Die neuen Regeln sehen vor, dass Klimaanlagen weiterhin einer Bewilligung durch Wiener Wohnen bedürfen und an technische sowie organisatorische Voraussetzungen geknüpft sind.

Neue Vorgaben für Klimaanlagen

Laut einer Aussendung von Wohnbaustadträtin Elke Hanel-Torsch (SPÖ) werden künftig Splitgeräte mit Innen- und Außeneinheit in Gemeindebauten zugelassen. Voraussetzung für eine Genehmigung ist, dass Planung und Montage durch Fachfirmen erfolgen.

Zu den Bedingungen gehören Vorgaben zu Lärmschutz, Energieeffizienz, Brandschutz und Anbringung. Auch in der Nacht dürfen die Geräte nicht zu laut sein. Wiener Wohnen betont, besonderes Augenmerk darauf zu legen, dass die Wohnqualität der Nachbarinnen und Nachbarn geschützt wird.

Für Klimaanlagen in Gemeindebauten werden eine hohe Energieeffizienz und umweltfreundliche Kältemittel vorgeschrieben. Die gesamten Kosten für Anschaffung und Betrieb tragen die jeweiligen Mieterinnen und Mieter selbst. Für die Montage an der Fassade oder auf dem Dach fällt eine einmalige Gebühr von rund 70 Euro an. Wird etwa die Fassade saniert, muss das Klimagerät vorübergehend auf eigene Kosten entfernt werden.

Weitere Maßnahmen gegen sommerliche Hitze

Wiener Wohnen setzt nach eigenen Angaben weiterhin auf ein breites Bündel an nachhaltigen Maßnahmen gegen sommerliche Hitze. Genannt werden thermische Sanierung, Begrünung und natürliche Verschattung bei Neubauten.

Hitzeschutzmaßnahmen wie Rollläden werden von der Stadt Wien weiterhin mit bis zu 50 Prozent gefördert.

Reaktionen von Volksanwaltschaft und FPÖ

Volksanwältin Gaby Schwarz hat sich in einer Aussendung positiv zu der Ankündigung von Wiener Wohnen geäußert. Sie gibt an, seit Jahren darauf zu drängen, das Verbot von Klimaanlagen in Gemeindebauten zu überdenken. Schwarz erklärte, es sei erfreulich, dass die Stadtregierung die Kritik der Volksanwaltschaft ernst nehme und sich bewege.

Schwarz bezeichnete extreme Hitze im Sommer als enorme Belastung unter anderem für bettlägerige Menschen der Pflegestufe sechs, Menschen mit Herz-Kreislauf-Problemen, Senioren und Kinder.

Die Wiener FPÖ wertet das Umdenken der Stadt als Ergebnis anhaltenden politischen Drucks durch die FPÖ sowie öffentlicher Kritik an der bisherigen Praxis. Landesparteichef Dominik Nepp warf der SPÖ-geführten Wohnbaupolitik laut einem Zitat vor, jahrelang vernünftige Lösungen blockiert zu haben, und sprach von einer „späten Einsicht“.