Salzburg: Neue Klimagärtner-Lehre trifft auf verhaltene Nachfrage
In Salzburg wird seit zwei Jahren eine Lehre zum Klimagärtner angeboten. Ziel der Ausbildung ist es, Städte mit gezielter Begrünung von Dächern und Fassaden bei Hitze zu kühlen.
Die Nachfrage nach der noch jungen Ausbildung bleibt derzeit hinter den Erwartungen zurück. In Salzburg werden aktuell vier Klimagärtner-Lehrlinge ausgebildet, österreichweit sind es insgesamt 13.
Ausbildung zwischen Pongau und Wien
Sarah Danzer und Alexandra Horvath gehören zu den 13 Klimagärtner-Lehrlingen in Österreich. Sie absolvieren ihre Ausbildung in einer Gärtnerei in Schwarzach im Pongau und an einer Berufsschule in Wien.
In der Ausbildung lernen angehende Klimagärtnerinnen und Klimagärtner, wie Dachgärten und Fassaden begrünt werden können. Dabei geht es auch um die Auswahl geeigneter Pflanzen, denn auf Dächern und Hausfassaden ist der Platz für Wurzeln und Bewässerung begrenzt.
Laut Klimagärtner-Lehrling Sarah Danzer wird bei der Planung vermehrt auf hitzebeständige Pflanzen und mehr Grün in Städten geachtet. Damit sollen Hitzeinseln und Versiegelung reduziert werden.
Gebäudebegrünung in Salzburg und Grödig
Die Bundesregierung hat vor zwei Jahren die neue Lehrausbildung zum Klimagärtner eingeführt. In Salzburg werden entsprechende Kenntnisse bereits in konkreten Projekten angewendet.
So sind die Dächer und Fassaden des umgebauten ehemaligen Autopalasts im Salzburger Stadtteil Schallmoos begrünt. Die Begrünung kühlt sowohl die Innenräume als auch die Umgebung des dort entstandenen Wohn- und Gewerbeparks.
Auch in Grödig im Flachgau wird ein größeres Projekt mit Gebäudebegrünung umgesetzt. Eine ehemalige Schokoladenfabrik wird zu einem Gebäude mit begrüntem Dach und begrünten Innenfassaden umgebaut. Das Fabriksgebäude soll im Juni wieder eröffnet werden und dann 20 Büro- und Gewerbeflächen bieten.
Auf dem Dach der ehemaligen Schokoladenfabrik sollen rund 3.000 Pflanzen eingesetzt werden. Die Innenfassade wird gemeinsam mit einer Schwarzacher Gärtnerei umfassend begrünt.
Pongau als Ausbildungsstandort
Die Schwarzacher Gärtnerei Tautermann zählt zu den größten Ausbildnern für Klimagärtner in Österreich. Gärtner und Ausbildner Rudolf Tautermann sieht den Mehrwert der Ausbildung darin, dass man in diesem Bereich Spezialist wird. Nach seinen Angaben gibt es viele Projekte, bei denen Wissen zu Fassadenbegrünung und Dachgartengestaltung einfließen soll.
Bauherr Marco Sillaber, der den Umbau der ehemaligen Schokoladenfabrik in Grödig verantwortet, beschreibt den Umgang mit einem Baum im Bestand eines Gebäudes als deutlich schwieriger als in einem Neubau. Er bewertet die Ausbildung zum Klimagärtner für Bauherren positiv.
Ein Drittel aller Klimagärtner-Lehrlinge in Österreich arbeitet im Pongau. Insgesamt ist die Nachfrage nach der Lehre nach Angaben im Bericht derzeit nur halb so groß, wie es die Wirtschaftskammer ursprünglich erwartet hatte.
Erwartungen an künftige Entwicklung
Der Innungsmeister der Salzburger Gärtner und Floristen, Stefan Monger, fordert mehr Kommunikation über die Klimagärtner-Lehre. Seiner Einschätzung nach sind die bisherigen Teilnehmer Idealisten.
Monger erwartet, dass die Zahl der Lehrlinge steigen wird. Er geht davon aus, dass durch die Klimaerwärmung die Nachfrage nach der Klimagärtner-Lehre künftig größer wird.








