Künstliche Intelligenz revolutioniert die Bewerbungslandschaft: Chancen und Risikofaktoren
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Einsatz von Künstlicher Intelligenz bei Bewerbungen nimmt zu

Immer mehr Menschen setzen beim Verfassen von Bewerbungsschreiben auf Künstliche Intelligenz. Gleichzeitig nutzen auch Unternehmen entsprechende Tools, um Stellenausschreibungen zu formulieren.

Personalberater und Personalverantwortliche berichten von Chancen und Problemen, die mit dem Einsatz von KI in Bewerbungsprozessen verbunden sind.

Fehlerhafte KI-Bewerbungen und unterschiedliche Reaktionen

Wer einen Job sucht, muss zuerst ein Bewerbungsschreiben vorlegen. Nach Angaben des Personalberaters Lukas Mayer werden solche Schreiben immer häufiger mit Hilfe von KI erstellt. Er beobachtet, dass diese Texte oft grobe Fehler enthalten.

Mayer berichtet, dass er zum Teil 30 Bewerbungen für eine Stelle erhält und bei vielen davon den Einsatz von KI feststellt. Als Beispiel nennt er eine Bewerbung an ein Unternehmen der Lebensmittelindustrie, in der ein Bewerber schreibt, er sei lange in der Metallindustrie tätig gewesen und wolle auch in Zukunft in der Metallindustrie bleiben.

Spricht Mayer Bewerberinnen und Bewerber auf die Verwendung von KI an, erlebt er unterschiedliche Reaktionen. Manche Personen empfinden es als peinlich, wenn auffällt, dass sie mit KI gearbeitet haben, andere gehen damit laut Mayer eher locker um. Immer wieder würden zudem Ausreden genannt, etwa dass es sich um eine überarbeitete Vorlage der letzten Bewerbung handle.

Laut dem Bericht sind Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auch mit Fälschungen konfrontiert.

Unternehmen setzen KI für Stellenausschreibungen ein

Nach Angaben des Personalchefs Thomas Albicker nutzen auch immer mehr Unternehmen KI, um Stellen auszuschreiben. Albicker selbst verwendet KI, um Stellenausschreibungen zu verfassen. Als Grund nennt er, dass etwa Texte für Lehrstellen in Tonalität und Duktus anders sein müssten, als er sie selbst formulieren würde. In solchen Fällen greift er nach eigenen Angaben auf KI zurück.

Albicker geht davon aus, dass rund 70 Prozent der Bewerbungsschreiben, die er erhält, mit KI verfasst sind. Er stellt fest, dass diese Bewerbungen durch den KI-Einsatz deutlich besser geschrieben sind. Zugleich betont er, dass er die Unterlagen dadurch umso genauer prüfen müsse.

Als Beispiel nennt Albicker eine Bewerbung aus dem Ausland in perfektem Deutsch, in der bei den Sprachkenntnissen lediglich Grundkenntnisse angegeben sind. In einem solchen Fall merke man, dass etwas nicht passe, so Albicker.

Fälschungen und rechtliche Konsequenzen

Albicker berichtet zudem, dass es bereits Fälle gegeben habe, in denen Diplome und andere Urkunden gefälscht wurden. Er betont, dass die Feststellung einer Urkundenfälschung bei einer eingestellten Person ein Kündigungsgrund wäre.

Empfehlungen von Fachleuten zum KI-Einsatz

Fachleute erklären, dass KI bei der Jobsuche verwendet werden soll und darf, solange sie nicht für kriminelle Zwecke genutzt wird. Sie bezeichnen KI als gutes Werkzeug, um sich auf ein Vorstellungsgespräch vorzubereiten.

Expertinnen und Experten appellieren zudem, die von KI erzeugten Ergebnisse stets zu überprüfen.