260 Jahre Wurstelprater: Neue Achterbahn am Riesenrad und Theater 2026 geplant

Hinweis: Dieses Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erstellt und dient der symbolischen Illustration. Es zeigt keine authentische Aufnahme des beschriebenen Ereignisses.

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Der Wiener Wurstelprater feiert von 18. bis 20. September seinen 260. Geburtstag. Anlässlich des Jubiläums blickt Silvia Lang, Präsidentin des Praterverbands, auf die Geschichte des Vergnügungsparks zurück und gibt Einblicke in aktuelle Entwicklungen. Lang betreibt selbst mehrere Fahrgeschäfte im Prater und ist damit nicht nur Funktionärin, sondern auch Unternehmerin im Areal.

Für Lang ist der Prater eng mit der eigenen Familiengeschichte verbunden. Ihre Mutter wurde im Prater geboren, war bis zu ihrem 88. Lebensjahr im Geschäft tätig und starb vor zwei Jahren im Alter von 97 Jahren ebenfalls im Prater.

260 Jahre Geschichte zwischen Zerstörung und Neuaufbau

Der Wurstelprater blickt auf eine lange und wechselhafte Geschichte zurück. Im Laufe der Jahrzehnte brannte das Areal ab und wurde in der Folge wieder aufgebaut, wobei sich die Fläche im Vergleich zu früheren Zeiten verkleinerte. Zum Jubiläum stehen einige bauliche Neuerungen an: In der Nähe des Riesenrads wird derzeit eine neue Achterbahn errichtet. Details zu dem Fahrgeschäft wurden bislang nicht bekanntgegeben. Zudem soll das Theater im Prater Ende des kommenden Jahres in Betrieb gehen.

Bei der Rotunde sind laut Silvia Lang noch mehrere Verfahren anhängig. Genauere Angaben dazu konnte sie nicht machen.

Ein zentrales Merkmal des Praters bleibt bestehen: Der Eintritt in den Vergnügungspark ist kostenlos, und das soll auch künftig so bleiben. Während der Prater früher nur zwischen Frühjahrs- und Herbstmesse geöffnet war, kommen die Besucher inzwischen das ganze Jahr über. Wie lange die Öffnungszeiten künftig reichen sollen, etwa bis Mitternacht oder bis ein oder zwei Uhr, wird derzeit noch überlegt.

Der Praterverband, der die Interessen der Schausteller und Betreiber vertritt, besteht seit 1909. Im Vorstand sind Personen im Alter von 25 bis 81 Jahren vertreten, was die Bandbreite an Generationen im Prater widerspiegelt. Silvia Lang sucht derzeit für ihre eigenen Geschäfte zwei Fachkräfte sowie eine Assistenz für das Büro des Praterverbands.

Ende August ereignete sich ein Vorfall bei der Fahrgeschäft „Wilde Maus“. Ursache war laut Angaben ein technisches Gebrechen, das rasch behoben wurde. Fahrgeschäfte im Prater werden regelmäßig durch Zivilingenieure, den TÜV und das Magistrat kontrolliert.

Sicherheitsstandards für Fahrgeschäfte

Grundsätzlich unterliegen Vergnügungsparks und Fahrgeschäfte in Österreich strengen technischen Prüfvorgaben. Zivilingenieure und Prüforganisationen wie der TÜV kontrollieren dabei regelmäßig die Statik, die Antriebstechnik und die Sicherheitseinrichtungen der Anlagen. Ergänzend nehmen die zuständigen Behörden, in Wien das Magistrat, eigene Kontrollen vor, bevor Fahrgeschäfte für den Betrieb freigegeben werden. Diese mehrstufigen Prüfungen sollen sicherstellen, dass technische Mängel frühzeitig erkannt werden, auch wenn sich technische Gebrechen im laufenden Betrieb grundsätzlich nie vollständig ausschließen lassen.

Vergnügungsparks wie der Wurstelprater zählen zu den ältesten durchgehend betriebenen Freizeiteinrichtungen ihrer Art in Europa. Anders als viele vergleichbare Parks im Ausland erhebt der Prater keinen allgemeinen Eintrittspreis, sondern finanziert sich über die einzelnen Fahrgeschäfte, Gastronomiebetriebe und Standln, die von selbstständigen Schaustellerfamilien betrieben werden. Diese Struktur unterscheidet den Prater von kommerziellen Freizeitparks wie etwa dem Tivoli in Kopenhagen, die üblicherweise ein einheitliches Eintrittssystem und eine zentrale Betreiberorganisation aufweisen.

Die Organisation in einem Verband, wie es der Praterverband seit über einem Jahrhundert praktiziert, ist bei traditionellen Schaustellerbetrieben ein gängiges Modell. Solche Verbände vertreten die wirtschaftlichen Interessen der einzelnen Betreiber gegenüber Behörden und Öffentlichkeit, koordinieren gemeinsame Veranstaltungen und tragen zur Weiterentwicklung des Areals bei. Der Generationenwechsel innerhalb solcher Familienbetriebe, wie er sich auch in der Geschichte der Familie Lang zeigt, ist im Schaustellergewerbe traditionell üblich: Geschäfte werden häufig über Jahrzehnte innerhalb einer Familie weitergeführt