Ab Freitag zeigt die Wiener Secession die Ausstellung „Soundspacesculpture“ des Künstlers Bernhard Leitner. Die Schau ist vom 11. September bis 22. November 2026 zu sehen und wird von Jeanette Pacher kuratiert. Im Zentrum des Hauptraums steht die eigens für diesen Ort geschaffene Installation „Wasser Würfel / Wand Wellen“.
Ein Kubus aus Holz und Klang im Hauptraum
Die Installation „Wasser Würfel / Wand Wellen“ besteht aus einem Kubus, der aus Holzlatten gebaut ist. Wassergeräusche werden über ein Lautsprechersystem eingespielt, das an PVC-Schläuchen befestigt ist. Dabei handelt es sich um eine 48-Kanal-Ton-Raum-Komposition, die in wechselnden Rhythmen abläuft. Die Arbeit wurde speziell für den Hauptraum der Secession entwickelt.
Die Ausstellung gibt insgesamt einen Überblick über Theorie und Praxis von Leitners Tonkunst. Zu sehen sind frühe Zeichnungen und Notizen zu Ton-Raum-Skulpturen ebenso wie fertige Objekte und Installationen. Darunter befindet sich auch eine „Ton-Liege“. Leitners frühe Rauminstallationen aus den 1960er- und 1970er-Jahren sind in der Schau fotografisch dokumentiert.
Eine weitere Arbeit trägt den Titel „Pulsierende Stille 2“. Sie besteht aus zwei Metallplatten, die einen engen Korridor bilden. An den Platten sind Lautsprecher angebracht, die tiefe Frequenzen ausstrahlen, die von außen nicht oder kaum hörbar sind. Bei der Installation „Klang-Strahlen“ werden Klänge mittels Metallplatten umgelenkt. Eine ähnliche Intervention hat Leitner auch in dem Raum vorgenommen, in dem sich Gustav Klimts „Beethovenfries“ befindet.
Fünf Jahrzehnte zwischen Raum und Ton
Bernhard Leitner wurde 1938 in Feldkirch geboren und beschäftigt sich seit fünf Jahrzehnten mit den Beziehungen von Raum und Sound. Er absolvierte ein Architekturstudium in Wien und verbrachte anschließend mehrere Jahre in Paris, New York und Berlin. Heute lebt er in Wien und Gaindorf. Für seine Arbeiten greift er auf eine eigene Soundbibliothek zurück.
Leitners künstlerischer Ansatz verbindet architektonisches Denken mit akustischer Gestaltung. Seine Ton-Raum-Skulpturen behandeln Klang nicht als bloße Begleitung eines Raumes, sondern als eigenständiges gestalterisches Material, das Bewegung, Richtung und Dichte im Raum erzeugen kann. Diese Auseinandersetzung zieht sich, wie die in der Secession gezeigten frühen Dokumentationen belegen, durch sein gesamtes bisheriges Schaffen.
Die Secession als Ausstellungsort
Die Wiener Secession zählt zu den traditionsreichen Ausstellungshäusern der Stadt und ist eng mit der Geschichte der Wiener Moderne verbunden. Im Beethovenfries-Raum befindet sich mit Gustav Klimts gleichnamigem Werk eines der bekanntesten Ausstellungsstücke des Hauses. Dass Leitner dort eine klangliche Intervention vorgenommen hat, verbindet seine zeitgenössische Arbeit unmittelbar mit einem der zentralen historischen Werke des Ausstellungsortes.








