Christoph Waltz feiert am 4. Oktober 2026 seinen 70. Geburtstag. Der Schauspieler und Regisseur wurde am 4. Oktober 1956 in Wien geboren und gilt international als einer der bekanntesten österreichischen Darsteller in Hollywood. Zwei Mal wurde er mit dem Oscar als bester Nebendarsteller ausgezeichnet, jeweils ergänzt durch einen Golden Globe für dieselben Rollen.
Zwei Oscars für Rollen bei Quentin Tarantino
Den ersten Oscar erhielt Waltz für seine Darstellung des SS-Offiziers Hans Landa in Quentin Tarantinos „Inglourious Basterds“ aus dem Jahr 2009. Vier Jahre später folgte die zweite Auszeichnung für die Rolle des Kopfgeldjägers Dr. King Schultz in „Django Unchained“. Beide Rollen brachten ihm zusätzlich jeweils einen Golden Globe ein. Zu dem Casting für „Inglourious Basterds“ ging Waltz 2009, ohne Tarantino zuvor persönlich gekannt zu haben. Der Regisseur besetzte ihn aus dem Stand mit der Rolle des Hans Landa.
Herkunft und familiärer Hintergrund
Waltz wuchs in einer Künstlerfamilie auf. Sein Vater Johannes Waltz war deutscher Bühnenbildner, seine Mutter Elisabeth Urbancic österreichische Kostümbildnerin. Die Großmutter mütterlicherseits, Maria Mayen, war Burgschauspielerin, der Großvater mütterlicherseits Psychoanalytiker. Nach dem frühen Tod des Vaters wuchs Waltz vorrangig bei den Großeltern in Wien auf. Er hat zwei Brüder und eine Schwester.
Seine Mutter heiratete später den Dirigenten Alexander Steinbrecher, der zuvor mit Beatrix von Degenschild, der Mutter des Regisseurs Michael Haneke, verheiratet gewesen war. Dadurch teilen sich Christoph Waltz und Michael Haneke denselben Stiefvater.
Ausbildung und frühe Karriere in Theater und Fernsehen
Waltz absolvierte seine schauspielerische Ausbildung am Max Reinhardt Seminar in Wien sowie am Lee Strasberg Theatre Institute in New York. Sein Bühnendebüt gab er als „Amadeus“ am Zürcher Schauspielhaus. In Österreich wurde er einem breiteren Publikum auch durch einen Auftritt in der ORF-Kindersendung „Am dam des“ bekannt, bei dem er einen Regenbogen-Strickstrampler trug.
Vor seinem internationalen Durchbruch wirkte Waltz in Produktionen wie „Du bist nicht allein – Die Roy Black Story“ und „Katharina die Große“ mit. Zudem übernahm er Episodenrollen in bekannten Fernsehserien wie „Derrick“, „Der Alte“ und „Kommissar Rex“.
Internationale Filmrollen nach dem Durchbruch
Nach dem Erfolg mit Tarantino übernahm Waltz zahlreiche Rollen in internationalen Produktionen. In Michel Gondrys „The Green Hornet“ spielte er den Untergrundboss Benjamin Chudnofsky, in Paul W.S. Andersons „Die drei Musketiere“ verkörperte er Kardinal Richelieu. Für Roman Polanski übernahm er in „Der Gott des Gemetzels“ die Rolle des Anwalts Alan Cowan, in Tim Burtons „Big Eyes“ spielte er Walter Keane. Unter der Regie von David Yates war er in „Tarzan“ als Kolonialist Rom zu sehen.
2015 übernahm Waltz im 24. James-Bond-Film „Spectre“ die Rolle des Franz Oberhauser alias Ernst Stavro Blofeld, die er in „No Time To Die“ erneut spielte. In einem Interview äußerte er sich selbstkritisch zu dieser Rolle: „Ich kann nicht behaupten, dass mir der Blofeld wirklich gelungen ist. Es war nicht das, wonach ich gestrebt habe. Ich habe nach mehr Inspiration gesucht.“
Arbeit als Opernregisseur
Neben seiner Filmkarriere widmete sich Waltz auch der Regie im Opernbereich. 2013 inszenierte er Strauss’ „Rosenkavalier“ in Antwerpen, 2017 folgte dort Verdis „Falstaff“. 2020 brachte er Beethovens „Fidelio“ am Theater an der Wien auf die Bühne.
Leben zwischen mehreren Staatsbürgerschaften
Waltz lebt seit 2010 vorrangig in Los Angeles. 2020 erhielt er die amerikanische Staatsbürgerschaft und besitzt damit neben der österreichischen auch die deutsche und die amerikanische Staatsbürgerschaft. Der Schauspieler ist vierfacher Vater.
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