Im Kulturhauspark in Dornbirn ist am Samstag im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Sommer im Park“ eine Dragqueen-Lesestunde für Kinder über die Bühne gegangen. Die beiden Dragqueens Frau Bürgerschreck und Athene Atlas lasen aus Kinderbüchern vor und sangen gemeinsam mit dem Publikum. Der Auftritt war Teil eines Pride-Schwerpunkts, der zuvor eine Online-Petition mit der Forderung nach einer Absage ausgelöst hatte. Polizei war vor Ort, musste jedoch nicht einschreiten.
Pride-Programm zum Abschluss von „Sommer im Park“
Die Veranstaltungsreihe „Sommer im Park“ fand von 6. bis 8. August im Kulturhauspark in Dornbirn statt. Nach Angaben der Stadt lag der Schwerpunkt in diesem Jahr auf Vielfalt und Offenheit. Am Samstag, dem letzten Tag der Reihe, stand ein Pride-Schwerpunkt auf dem Programm, zu dem auch die interaktive Kinderstunde mit den beiden Dragqueens gehörte.
Frau Bürgerschreck und Athene Atlas lasen den anwesenden Besucherinnen und Besuchern aus Kinderbüchern vor und sangen gemeinsam mit dem Publikum. Zur Lesestunde fand sich vor allem erwachsenes Publikum ein. Während der Veranstaltung kam es zu Zwischenrufen einer Frau.
Im Vorfeld hatte eine Online-Petition dazu aufgerufen, das Dragqueen-Programm für Kinder abzusagen. Die Initiatoren der Petition begründeten ihre Forderung mit der Befürchtung einer sexuellen Beeinflussung von Kindern. Die Veranstalter wiesen diese Kritik zurück und betonten, dass sowohl das Auftreten der Dragqueens als auch die vorgelesenen Texte kindgerecht gestaltet seien. Die Polizei war während der Lesestunde vor Ort, ein Einschreiten war nicht erforderlich.
Dragqueen-Lesungen als wiederkehrendes Format
Dragqueen-Lesestunden für Kinder, international häufig als „Drag Queen Story Hour“ bekannt, haben sich in den vergangenen Jahren in mehreren Ländern als kulturelles Veranstaltungsformat etabliert. Dabei lesen Dragqueens klassische oder eigens ausgewählte Kinderbücher vor, häufig eingebettet in Mitmachelemente wie Lieder oder kleine Sprechübungen. Ziel solcher Formate ist es in der Regel, Kindern spielerisch Themen wie Vielfalt, Toleranz und unterschiedliche Lebensweisen näherzubringen.
Solche Veranstaltungen werden in vielen Städten im Rahmen von Pride-Wochen oder ähnlichen Programmen mit gesellschaftspolitischem Bezug angeboten. Trägerinnen sind dabei häufig Kultureinrichtungen, kommunale Veranstalter oder freie Kulturinitiativen, die derartige Formate in ein breiteres Sommer- oder Ferienprogramm einbetten.
Gleichzeitig sind Dragqueen-Lesestunden in unterschiedlichen Ländern wiederholt Gegenstand öffentlicher Debatten gewesen. Kritikerinnen und Kritiker solcher Veranstaltungen äußern teils Bedenken hinsichtlich der Altersangemessenheit der Inhalte, während Veranstalter und Befürworter regelmäßig betonen, dass die Programme bewusst kindgerecht konzipiert seien. Online-Petitionen gegen einzelne Veranstaltungen sind in diesem Zusammenhang in mehreren Städten ein wiederkehrendes Mittel gewesen, um im Vorfeld öffentlichen Druck auf Veranstalter auszuüben.
Bei öffentlichen Veranstaltungen mit vorab bekannter Kontroverse ist die Anwesenheit von Polizeikräften vor Ort keine Seltenheit. Grundsätzlich dient eine solche Präsenz der allgemeinen Absicherung des Veranstaltungsablaufs, ohne dass daraus automatisch auf eine erhöhte Gefährdungslage geschlossen werden kann. Ob und in welchem Umfang eingeschritten wird, hängt jeweils vom tatsächlichen Verlauf der Veranstaltung vor Ort ab.








