Der Schauspieler und Kabarettist Erwin Steinhauer feiert am 19. September 2026 seinen 75. Geburtstag. Der gebürtige Wiener zählt seit Jahrzehnten zu den bekanntesten Bühnen- und Filmdarstellern Österreichs. Anlässlich des Jubiläums widmet der ORF Steinhauer einen Schwerpunkt in ORF2 und ORF III.
Vom Lehramtsstudium zur Kabarettbühne
Nach der Matura studierte Steinhauer zunächst Deutsch und Geschichte auf Lehramt. Er brach das Studium jedoch ab, um sich der Kabarettbühne zuzuwenden. 1974 gründete er gemeinsam mit Wolfgang Teuschl, Erich Demmer und Alfred Rubatschek die Kabarettgruppe „Keif“. Einige Jahre später stieß Lukas Resetarits zu der Gruppe. Steinhauer feierte in der Folge Erfolge am Kabarett Simpl und trat auch am Kom(m)ödchen in Düsseldorf auf. 1982 veröffentlichte er sein erstes Soloprogramm „Entlassen!“, dem die Programme „Café Plem-Plem“ und „Auf der Schaufel“ folgten. Nach einer neunjährigen Bühnenpause kehrte Steinhauer zurück und feierte mit dem gemeinsam mit Heinz Marecek entwickelten Programm „Was lachen Sie?“ großen Erfolg. 25 Jahre später stehen die beiden noch immer mit diesem Programm auf der Bühne.
Rollen auf Theaterbühnen und im Fernsehen
Von 1982 bis 1988 war Steinhauer Ensemblemitglied am Burgtheater, wo er unter anderem die Rolle des „Herrn Karl“ verkörperte. Am Volkstheater spielte er im „Bauer als Millionär“, am Theater an der Wien übernahm er die Rolle des „Fledermaus“-Frosch. Bei den Salzburger Festspielen war er als Mammon im „Jedermann“ zu sehen, am Landestheater Niederösterreich spielte er den „Bockerer“.
Neben der Bühnenarbeit wirkte Steinhauer in Dutzenden Hörspielen sowie in mehr als 100 Film- und Fernsehproduktionen mit. Zu seinen Filmarbeiten zählen „Single Bells“ und „Stella di Mare – Hilfe, wir erben ein Schiff!“. Bekannt wurde er auch durch die Rolle des Landgendarmen Simon Polt aus den Kriminalromanen von Alfred Komarek. Zuletzt war Steinhauer in Thomas Stipsits Komödie „Griechenland“ zu sehen. In der Miniserie „Himmel, Herrgott, Sakrament“ spielte er den Erzbischof von München, im Salzburger Landkrimi „Dunkle Wasser“ übernahm er eine weitere Rolle.
Auszeichnungen für ein umfangreiches Werk
Steinhauers Laufbahn wurde vielfach ausgezeichnet. 1983 erhielt er den Salzburger Stier für sein Soloprogramm „Kopf hoch“. Es folgten 1986 und 2004 jeweils der Österreichische Kleinkunstpreis sowie der Ybbser Spaßvogel. Für die Rolle des Simon Polt wurde ihm 2002 der Sonderpreis der deutschen Akademie der darstellenden Künste verliehen. Zudem erhielt Steinhauer die Romy als beliebtester österreichischer Schauspieler, den Karl-Skraup-Preis sowie das Goldene Ehrenzeichen der Stadt Wien und des Burgenlandes und das Große Goldene Ehrenzeichen des Landes Niederösterreich. 2016 wurde er für die Rolle des Kriegsreporters in „Thank You For Bombing“ mit dem Diagonale-Schauspielpreis ausgezeichnet.
Neben seiner künstlerischen Tätigkeit engagierte sich Steinhauer 1995 im Aktionskomitee „Friedensflotte 95“.
Kabarett als Spiegel gesellschaftlicher Themen
Das österreichische Kabarett hat sich seit den 1970er-Jahren als eigenständige Kunstform etabliert, die gesellschaftliche und politische Themen pointiert und humorvoll aufgreift. Gruppengründungen wie jene der „Keif“ prägten in dieser Zeit eine neue Generation von Kabarettisten, die klassische Bühnenformate mit sozialkritischen Inhalten verbanden. Häufig entwickelten sich aus solchen Gruppen später Solokarrieren, die sowohl auf der Kleinkunstbühne als auch im Theater- und Filmbereich fortgeführt wurden. Auszeichnungen wie der Österreichische Kleinkunstpreis oder der Salzburger Stier gelten in diesem Bereich traditionell als wichtige Anerkennungen für herausragende Programme und künstlerische Entwicklungen.
Auch der Wechsel zwischen Kabarett, klassischem Theater und Filmarbeit ist in der österreichischen Kulturszene keine Seltenheit. Ensemblemitgliedschaften an großen Bühnen wie dem Burgtheater oder Auftritte bei den Salzburger Festspielen gelten dabei häufig als Stationen,





