Grazer Historikerin sucht Zeitzeugen und Dokumente von NS-Eliteschulen in Österreich

Hinweis: Dieses Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erstellt und dient der symbolischen Illustration. Es zeigt keine authentische Aufnahme des beschriebenen Ereignisses.

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Forschungsprojekt zu NS-Eliteschulen sucht Zeitzeugen und Dokumente

Die Historikerin Nadjeschda Stoffers vom Institut für Geschichte der Universität Graz erforscht gemeinsam mit dem Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgenforschung den Alltag in der Napola Traiskirchen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Schülerinnen und Schüler das Leben in nationalsozialistischen Eliteschulen erlebten.

Für das Projekt werden Personen gesucht, die selbst eine Napola auf dem Gebiet der damaligen Ostmark besucht haben, sowie Familien, die entsprechende Unterlagen besitzen. Gesucht werden Briefe, Tagebücher, Fotos, Schulaufsätze oder Gegenstände aus dieser Zeit. Kontakt kann per E-Mail an [email protected] aufgenommen werden.

Was waren Napolas?

Der Begriff Napola steht für Nationalpolitische Lehranstalt, auch bekannt als NPEA (Nationalpolitische Erziehungsanstalt). Diese Schulen wurden im Deutschen Reich im April 1933 gegründet. Die Aufnahme war an eine mehrtägige Aufnahmeprüfung geknüpft. Der Schulalltag umfasste Appell, Sport, Unterricht, vormilitärische Übungen, Studierstunden und Arbeitseinsätze. Die Ausbildung war auf acht Jahre angelegt. Im Deutschen Reich und den besetzten Gebieten bestanden mehr als 40 Napola-Standorte.

Napolas in der Ostmark

Auf dem Gebiet des heutigen Österreich existierten zwischen 1939 und 1945 neun Napola-Einrichtungen. Standorte befanden sich in Wien (Theresianum und Breitensee), in Niederösterreich (Göttweig und Traiskirchen), in der Steiermark (Seckau und Vorau), in Kärnten (St. Paul im Lavanttal), in Oberösterreich (Lambach) sowie in St. Veit an der Save und Mokritz im heutigen Slowenien. Die reichsweit erste Napola für Mädchen eröffnete in Wien in der Boerhaavegasse und wurde später nach Niederösterreich, nach Hubertendorf und Türnitz, verlegt.