Nach dem Raub eines Colliers im Wert von 3,8 Millionen Euro aus dem Museum für angewandte Kunst in Wien rücken die Sicherheitskonzepte der Kärntner Museen in den Fokus. Häuser wie das Kärnten Museum, das MMKK, das Liaunig-Museum und das Stift St. Paul im Lavanttal setzen dabei auf unterschiedliche technische und personelle Maßnahmen, um Ausstellungsstücke zu schützen.
Kärntner Museen im Austausch mit der Polizei
Das Kärnten Museum unterhält nach eigenen Angaben eine Sicherheitspartnerschaft mit der Landespolizeidirektion Kärnten. Caroline Steiner aus der Geschäftsführung des Hauses berichtet von einem intensiven Austausch mit der Präventionsstelle der Polizei. Die konkreten Sicherheitsmaßnahmen für Ausstellungen und einzelne Objekte werden demnach individuell festgelegt und mit den jeweiligen Leihgebern abgestimmt. Zu den eingesetzten Mitteln zählen Vitrinen, technische Ausstattung sowie Personal, das die Ausstellungsräume bewacht.
Auch das MMKK, das Museum der Modernen Kunst Kärnten, ist direkt mit der Polizei verbunden. Direktorin Christine Wetzlinger-Grundnig erklärt, dass im Haus ein Alarm ausgelöst würde, sollten Besucher Schaden an den Kunstwerken anrichten. Aus finanziellen Gründen sei es jedoch nicht möglich, sämtliche Bilder hinter Glas zu hängen, so Wetzlinger-Grundnig.
Im Liaunig-Museum, das mehrere tausend Exponate beherbergt, wird unter anderem das sogenannte Gold der Arkan gezeigt: 600 Gold-, Schmuck- und Kultobjekte afrikanischer Königstämme aus dem 19. Jahrhundert. Museumsgründer Peter Liaunig betont, dass der eigentliche Wert dieser Sammlung nicht im Material liege, sondern in den kulturellen Schnitzereien der Objekte. Die Vitrinen, in denen die Stücke präsentiert werden, sind mit Erschütterungs- und Glasbruchmeldern ausgestattet und bestehen aus Verbundsicherheitsglas. Ausgelöste Alarme benachrichtigen sowohl den hauseigenen Wachdienst als auch die Polizei. Gleichzeitig weist Liaunig darauf hin, dass es unmöglich sei, alle Gemälde hinter Glas zu bringen.
Im Stift St. Paul im Lavanttal wird das Adelheid-Kreuz aus dem elften Jahrhundert ausgestellt, dessen Wert als unvorstellbar hoch beschrieben wird. In allen genannten Häusern setzt man zudem auf geschulte Mitarbeiter im Eingangsbereich. Dort werden verdächtige Gegenstände sowie Taschen, Regenschirme oder Mäntel von Besuchern einkassiert, bevor sie die Ausstellungsräume betreten.
Schutz zwischen Zugänglichkeit und Kosten
Grundsätzlich stehen Museen bei der Sicherung ihrer Sammlungen vor einem Zielkonflikt: Kunstwerke sollen für Besucher möglichst unmittelbar erlebbar bleiben, gleichzeitig müssen sie vor Diebstahl, Vandalismus und Beschädigung geschützt werden. Vitrinen, Panzerglas oder aufwendige Alarmsysteme bieten zusätzlichen Schutz, verändern jedoch auch die Wahrnehmung eines Werkes und sind mit erheblichen Kosten verbunden. Bei umfangreichen Sammlungen mit mehreren tausend Objekten ist eine lückenlose bauliche Absicherung aller Einzelstücke daher in der Praxis kaum umsetzbar.
Üblicherweise kombinieren Museen deshalb mehrere Sicherheitsebenen: technische Systeme wie Bewegungs- und Erschütterungsmelder, physische Barrieren wie Vitrinen aus Verbundsicherheitsglas sowie geschultes Personal, das Besucherverhalten beobachtet und im Ernstfall eingreifen kann. Eine direkte Anbindung an die Polizei ermöglicht es, im Alarmfall schnell reagieren zu können, ohne dass zusätzliche Meldewege benötigt werden. Solche Kooperationen zwischen Kultureinrichtungen und Sicherheitsbehörden sind bei vergleichbaren Häusern verbreitet, insbesondere wenn wertvolle oder kulturhistorisch bedeutsame Objekte gezeigt werden.
In den vergangenen Jahren wurden zudem wiederholt Gemälde von Aktivisten mit Farbe beschmiert, was die Diskussion um Schutzmaßnahmen in Museen zusätzlich beeinflusst hat. Leihgeber, die ihre Werke zeitweise für Ausstellungen zur Verfügung stellen, haben ihre Anforderungen an die Sicherheitsvorkehrungen der ausleihenden Institutionen mittlerweile erhöht. Museen müssen diesen Vorgaben entsprechen, um überhaupt Leihgaben aus anderen Sammlungen oder Institutionen zu erhalten, was wiederum
Hinweis zur Faktenprüfung
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